HAFEN
Lübeck 01.11.2026
Häfen als Schlüssel für Sicherheit und Zusammenarbeit im Ostseeraum
Beim Deutsch-Finnischen Hafentag in Lübeck standen Sicherheit, Resilienz und die Zusammenarbeit mit Finnland im Mittelpunkt
„Gemeinsam sind wir stark“
Schleswig-Holsteins Europaministerin Cornelia Schmachtenberg betonte die Schlüsselrolle der Häfen für die europäische Kooperation. Hier träfen Menschen, Waren, Energie und Sicherheit zusammen. Gerade bei Sicherheit, Resilienz und dem Schutz der Demokratie seien starke Netzwerke im Ostseeraum unverzichtbar.
Mit Blick auf hybride Bedrohungen verwies Schmachtenberg auch auf aktuelle Vorfälle an der Baustelle der Fehmarnbelt-Querung. Solche Ereignisse könnten künftig häufiger auftreten. Der Deutsch-Finnische Hafentag sei deshalb ein wichtiges Forum, um Netzwerke zu stärken und die europäische Zusammenarbeit auszubauen.
Auch Finnlands Botschafter in Deutschland, Kai Sauer, hob die Bedeutung des Austausches hervor. Der Hafentag habe sich inzwischen zu einer festen Institution entwickelt, die er mit einem »maritimen Davos« verglich, allerdings bodenständiger und leichter zugänglich.
Eine besondere Rolle spielt dabei Lübeck: Rund ein Drittel des Umschlags des Lübecker Hafens entfällt laut Sauer auf Verbindungen mit Finnland.

Sicherheit als gemeinsame Aufgabe
Ein Schwerpunkt der Gespräche war die veränderte Sicherheitslage im Ostseeraum. Sauer verwies auf Finnlands Erfahrungen bei Verteidigung und gesellschaftlicher Vorsorge. Beim Schutz von Seewegen und Kommunikationsverbindungen könnten Deutschland und Finnland voneinander lernen.
Dr. Jan Feller, Geschäftsführer der Deutsch-Finnischen Handelskammer, machte dabei einen Unterschied zwischen beiden Ländern deutlich. Während Sicherheit in Deutschland häufig vor allem als staatliche Aufgabe verstanden werde, sei in Finnland stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert, dass jede und jeder Verantwortung trage.
Konteradmiral Richard Kesten, Chef des Stabes des Marinekommandos Rostock, bezeichnete die Ostsee aktuell vor allem als strategischen Transportraum. Gerade ihre Verwundbarkeit mache sie jedoch sensibel für mögliche Aggressionen und Störungen.
Lübeck setzt auf Zusammenarbeit
Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau zog trotz der angespannten geopolitischen Lage ein positives Fazit. Bei wesentlichen Fragen gebe es eine breite Allianz. Die bestehenden Herausforderungen wolle man gemeinsam angehen.
Besonders wichtig sei, dass die Diskussionen nicht von Angst geprägt gewesen seien. Stattdessen gehe es darum, die gemeinsamen Stärken zu nutzen. Die Zusammenarbeit in einem starken demokratischen Europa bleibe dabei eine wesentliche Grundlage für Frieden und Wohlstand.
Industrie und Handelskammer zu Lübeck / TA










