Gestrandeter Wal in Niendorf: Rettungsversuche laufen auf Hochtouren
Ein spektakuläres Ereignis hält stundenlang Niendorf und Umgebung in Atem: Am Freistrand und Hundestrand in Niendorf harren hunderte Schaulustige stundenlang aus und verfolgen mit bangen Gefühlen die Rettungsversuche des Buckelwals, der kurz vor der kleinen Mole infolge Untiefe und eventuell auch Resten von Fischernetzen gestrandet ist. Seine lauten, tiefen Atemgeräusche schallen bis an die Küste und sorgen für tiefes Mitgefühl. Auch seine Fontänen sind Beweis dafür, dass er noch am Leben ist.
»Ich mache in Scharbeutz Urlaub und wollte den Wal sehen, der hier doch äußerst selten ist. Doch die Medaille hat zwei Seiten. Ich frage mich, ob ich dem Wal vielleicht beim Sterben zusehe«, meint Julia Mahler am Nachmittag und verfolgt, wie die Küstenwache mit zwei Booten dicht um den Wal mit hoher Geschwindigkeit kurvt, um ihn durch die ausgelösten Wellen zu bewegen. Zuvor haben Feuerwehrmänner vom Schlauchboot aus das circa zehn Meter große Tier drehen können, so dass es mit dem Kopf in Richtung Fahrrinne liegt und auch den Seilrest eines Fischernetzes entfernen können.
Doch der Wal hat nach wie vor eine geringe Überlebenschance. Sein Gesundheitszustand ist äußerst kritisch. Er ist zu stark geschwächt, hochgradig gestresst und sehr krank. Die Lübecker Bucht ist für ihn wie ein Gefängnis, aus dem er nicht den Ausgang findet und orientierungslos umher kreist und keine Nahrung findet.
Seit dem frühen Morgen sind eine große Zahl an Rettungskräften im Einsatz und betreiben Krisenmanagement. Darunter auch Experten vom Institut für Tierschutz und Wildtierforschung sowie die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. Das Gebiet ist großräumig abgesperrt, um Schaulustige fern zu halten und das Tier nicht noch mehr Stress auszusetzen. Auch der Schiffsverkehr wurde eingeschränkt. »Nähern Sie sich nicht mit SUPs, Booten oder Drohnen dem Wal, so dass das Tier für sich ist«, appelliert Polizei Pressesprecher Ulli Fritz Gerlach an die Bevölkerung.
Die Menschen sind nervös, vergehen doch viele erfolglose Stunden. Und jede verstrichene Stunde versetzt den Wal in einen schlechteren Gesundheitszustand. Die Ausarbeitung eines Rettungsversuchs der Experten läuft im Hintergrund ab.
Eine andere Sichtweise kommunizierte bei Instagram der bekannte Meeresbiologe, Forschungstaucher, Filmemacher, Fotograf, Umwelt- und Artenschützer Robert Marcel Lehmann, dessen Experten-Meinung eingeholt wurde. »Es handelt sich um ein krankes Wildtier am Ende seines Lebens. Es ist wahrscheinlich, dass es dort in den nächsten fünf Tagen sterben wird. Wir Menschen müssen uns nicht überall einmischen. Einen kranken Wal sollte man in Ruhe sterben lassen und ihn nicht noch mehr stressen. Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung dafür Verständnis zeigt. Doch man sollte einen kranken Wal sterben lassen und der Natur ihren Lauf lassen.«
Doch vorher versuchen die Rettungskräfte noch alles, was möglich ist.
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Kommentare
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Kommentar von Ehemalige Priwallbewohnerin am 27.03.2026[1,4/77]
Wie ich sehe hat sich hier an der Denkweise einiger Schlaumeier nichts geändert.
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Kommentar von Walle am 27.03.2026[4,7/104]
@Ehemalige Priwallbewohnerin, (meine Güte was soll das!!) ich gehe davon aus, dass Sie nicht qualifiziert sind, hier den Zustand vom gestrandeten Wal zu beurteilen… und selbstverständlich sollten wir Menschen uns einmischen, wenn jemand in Gefahr ist und versuchen zu helfen, denken Sie mal darüber nach. Was den Wal betrifft, freue ich mich, dass sich die Mühe der Helfer gelohnt hat und der gestrandete Buckelwal wieder befreit ist und nicht sterben musste, höchsten RESPEKT den zahlreichen Helfern.
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Kommentar von anonymer Kurgast am 27.03.2026[3,9/92]
Hörte im Radio, dass nur noch wenige Meter fehlen, also weiter Daumendrücken, dass es klappt. Kein Verständnis habe ich für einige Naturpuristen, die es am liebsten sehen würden, wenn der Jungwal in Würde am Niendorfer Strand verwesen könnte. Und die Kosten? Den Namen Niendorf an der Ostsee zur besten Sendezeit weltweit ins Fernsehen zu bekommen ist nicht billig. Hoffentlich mit Happy End - Wal schwimmt der aufgehenden Sonne entgegen. Das wäre eine gerechte Belohnung für die Mühen der Helfer
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Kommentar von Nicola hinzmann am 26.03.2026[1,5/90]
Ach Leute, das ist ein Jungtier, das sich erst verschwommen hat und dann durch menschliche Einwirkung zu Schaden gekommen ist. Netz oder Schiffsleinen. Aber einige haben ja immer was zu nölen, besonders wenn sie sich eine elitäre moralische oder intellektuelle Überlegenheit andichten wollen. TriTiraTrollala ist das peinlich. ????
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Kommentar von Ehemalige Priwallbewohnerin am 26.03.2026[1,3/92]
@Gertrud Jagdfeld. Das sieht die Bildzeitung und beim NDR wohl nun anders. Ich habe da so meine Zweifel ob das alles etwas bringt. Ich würde es gerne glauben und mir auch wünschen, jedoch bleibt für mich mit aller Macht ein bitterer Nachgeschmack. ( Medienspektakel )
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Kommentar von Ehemalige Priwallbewohnerin am 25.03.2026[1,4/107]
Meine Güte was soll das !! Man sollte ein sterbendes Tier nicht noch Qualen aussetzen. Es handelt sich um ein krankes Wildtier am Ende seines Lebens. Es ist wahrscheinlich, dass es dort in den nächsten fünf Tagen sterben wird. Wir Menschen müssen uns nicht überall einmischen. Einen kranken Wal sollte man in Ruhe sterben lassen und ihn nicht noch mehr stressen. Warum kapieren das die Menschen nicht.
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Kommentar von Gertrud Jagdfeld am 24.03.2026[1,4/106]
Ist es nicht so dass u.a. Wale zum Sterben an Land kommen. Man sollte ihn in Ruhe einschlafen lassen. Auch Möven machen sich am Strand ein gemütliches Lager zum Sterben. Dies sind Infos die ich in Spanien erhielt. Manchmal meint der Mensch es zu gut.
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Kommentar von Alex Krieger am 24.03.2026[4,0/112]
Walrettung vor Niendorf: Firma Regel.de anrufen. Die haben mit ihrer Kranfirma 75 Jahre Schwerlasterfahrung im versetzten von Dingen im mehrfachen Tonnenbereich auch auf sandigen Baustellenuntergründen. Vielleicht können die beraten, oder helfen. Viel Glück dem Wal. VG