MARITIMES
Lübeck 06.03.2026
Nautisches Essen in Lübeck
Maritime Sicherheit und Hafenentwicklung im Fokus
Der Zweite Vorsitzende des Vereins, Thorsten Metschulat, begrüßte die Gäste und verwies auf die veränderte Sicherheitslage in der Ostsee infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Handelswege und kritische Infrastruktur müssten vor diesem Hintergrund neu bewertet werden. Maritime Sicherheit sei ein wesentlicher Bestandteil der Friedenssicherung und gewinne gerade im Ostseeraum zunehmend an Bedeutung.
Ehrengast des Abends war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. In seinem Beitrag betonte er die Bedeutung des Lübecker Hafens für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und internationale Handelsbeziehungen. Gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen sei ein selbstbewusstes Auftreten Europas wichtig. Mit Blick auf eine kürzlich absolvierte Reise in mehrere Ostsee-Anrainerstaaten unterstrich Günther zudem die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit, etwa beim Vorgehen gegen die sogenannte Schattenflotte.
Auch Lübecks Stadtpräsident Henning Schumann hob die wirtschaftliche Rolle des Hafens hervor. Rund 500.000 Passagiere und knapp 25 Millionen Tonnen Güter wurden im Jahr 2025 umgeschlagen, ein Anteil von etwa zehn Prozent an der Wirtschaftsleistung der Hansestadt. Damit bleibt der Hafen ein zentraler Motor für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Für die maritime Tradition der Stadt kündigte Schumann außerdem an, dass am 29. April 2026 in Hamburg eine neue Korvette der German Navy auf den Namen »Lübeck« getauft werden soll.

Für den Hafenstandort Lübeck sieht der Nautische Verein weiterhin großes Potenzial. Wichtige Themen sind die Stärkung des Fähr- und RoRo-Verkehrs am Skandinavienkai, Investitionen in Digitalisierung sowie Maßnahmen für mehr Klimaschutz. Gleichzeitig wird eine stärkere Verlagerung von Transporten auf Schiene und Wasserstraße als wichtiger Baustein für eine nachhaltige Hafenentwicklung gesehen.
Unterstützung erhält auch die geplante Hafenerweiterung am Lehmannkai 1. Mit neuen Logistikhallen und moderner Infrastruktur soll dort zusätzliche Kapazität geschaffen werden.
Auch der Elbe-Lübeck-Kanal spielte in den Gesprächen eine Rolle. Ein vollständiger Ausbau gilt derzeit als wenig wahrscheinlich. Dennoch betont der Nautische Verein die Bedeutung des Kanals für die Binnenschifffahrt und plädiert für eine verlässliche Instandhaltung sowie innovative und klimafreundliche Nutzungskonzepte. Ministerpräsident Günther bezeichnete die aktuelle Entwicklung als bedauerlich und verwies zugleich auf den hohen Investitionsbedarf der norddeutschen Häfen, für den stärkere Unterstützung durch den Bund notwendig sei.
Neben den fachlichen Themen bot das Nautische Essen traditionell auch Gelegenheit zum Austausch innerhalb des maritimen Netzwerks der Region. Bei einer Spendensammlung kamen 2.661,50 Euro für das Feuerschiff Fehmarnbelt zusammen. Damit setzte der Abend nicht nur maritime Impulse für die Zukunft, sondern unterstrich auch erneut die enge Verbundenheit Lübecks mit der Seefahrt und seinem Hafenstandort.
PM NVL / TA












