GASTRONOMIE
Travemünde 04.03.2026
Offener Brief zum »Traveblick«: Bürger fordert Umdenken bei geplanter Schließung
Nun hat sich der 86-jährige Travemünder O.-Jürgen Seefeld in einem persönlichen Schreiben an Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau gewandt. Der frühere leitende Mitarbeiter eines Hamburger Kosmetikunternehmens begründet seinen Appell mit seiner beruflichen Erfahrung im Marketing und mit Sorge um die Positionierung Travemündes im Wettbewerb der Ostseebäder.
Er warnt davor, leichtfertig einen »USP«, also einen einzigartigen Standortvorteil, aufzugeben, »ohne dass ein Wettbewerber etwas Besseres anzubieten hätte«. Zur Einordnung vergleicht er Travemünde mit benachbarten Orten wie dem Timmendorfer Strand und Niendorf. Jeder Ort habe sein eigenes Profil und seine besonderen Merkmale.
Für Travemünde sieht Seefeld die Stärke im Zusammenspiel mehrerer Faktoren: das Maritim Strandhotel Travemünde, der älteste Leuchtturm Deutschlands, die Promenade, der große zentrale Parkplatz und eben das Restaurant »Traveblick«. Keiner dieser Punkte sei für sich genommen spektakulär, argumentiert er, doch gemeinsam machten sie den Charakter des Ortes aus.
Besonders kritisch bewertet er, dass die Schließung offenbar auf einer fehlenden Einigung zwischen Stadt und einem Kaufinteressenten beruht. Er fordert den Bürgermeister auf, die Entscheidung nochmals zu prüfen und die zuständigen Beteiligten an einen Tisch zu holen. Entscheidungen, so sein Tenor, könnten nach intensiver Diskussion durchaus revidiert werden.
Abschließend erinnert Seefeld an eine Erfahrung aus dem Marketing: Wer sich die Mühe mache zu schreiben, vertrete oft auch die Interessen vieler anderer, die sich nicht öffentlich äußern, sondern im Zweifel »einfach das Produkt wechseln«.
Ob die Debatte um den »Traveblick« noch zu einem Umdenken führt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Für viele Bürgerinnen und Bürger steht hinter dem Restaurant mehr als nur ein gastronomischer Betrieb. Es geht um Identität, gewachsene Strukturen und die Frage, was Travemünde künftig ausmachen soll.
TA














