POLITIK
Travemünde 01.04.2025
Passat-Sanierung: Grüne unterstützen, warnen aber vor finanziellen Risiken
Laut einer aktuellen Machbarkeitsstudie sind für die notwendigen Arbeiten an dem historischen Segelschiff rund 25 Millionen Euro veranschlagt. Neben der Sanierung selbst sind Maßnahmen im Bereich Brandschutz, Klimaschutz und Barrierefreiheit erforderlich. Die Stadtverwaltung betont, dass eine Finanzierung ohne Belastung des Stadthaushalts angestrebt wird – durch Fördermittel, Stiftungsgelder und Spenden.
Emotionale Bedeutung und finanzielle Realität
Mandy Siegenbrink, Co-Fraktionsvorsitzende der Lübecker Grünen, sieht die Bedeutung des Schiffes für Travemünde, warnt aber vor finanziellen Risiken:
»Die Passat ist ein langjähriges und bekanntes Travemünder Wahrzeichen und gehört zum Priwall wie die Rickmer Rickmers zu den Landungsbrücken. Sie ist Tourist*innenattraktion, dient dem DLRG als Unterkunft und ist ein repräsentativer Ort für Empfänge und Hochzeiten.
Bei aller Begeisterung für das Schiff dürfen wir uns aber nicht der harten finanzpolitischen Realität verschließen. Angesichts knapper Kassen sind 25 Millionen Euro ein enormer Betrag. Daher begrüßen wir, dass die Sanierung durch Fördermittel erfolgen soll. Doch dabei muss es auch bleiben. Was passiert, wenn die Kosten steigen? Was sind wir als Stadt bereit, in einem Worst Case-Szenario beizutragen? Und was können wir uns tatsächlich leisten?«
Zweifel an der Verhältnismäßigkeit
Silke Mählenhoff, stellvertretende Co-Fraktionsvorsitzende, sieht ebenfalls kritische Punkte:
»Die hohen Kosten von 25 Millionen Euro rufen gemischte Reaktionen in der Stadtgesellschaft hervor. Es gibt viele Befürworter*innen, aber auch berechtigte Zweifel an der Verhältnismäßigkeit.
Ja, die Passat liegt seit den 50er Jahren in Travemünde, aber hat sie wirklich eine enge historische Verbindung zu Lübeck? Ist sie ein Kulturdenkmal, wie Senatorin Frank sagt?
Unsere Haushaltslage ist dramatisch, und an vielen Stellen fehlt das Geld – für Schulsanierungen, freie Theater oder Klimaschutzmaßnahmen. Wir unterstützen das Projekt, sofern sichergestellt ist, dass keine unerwarteten Mehrkosten auf die Stadt zukommen.«
Die Zukunft der Passat hängt nun davon ab, ob die Finanzierung wie geplant gesichert werden kann. Die Debatte um den finanziellen Rahmen wird die Sanierung des Wahrzeichens weiter begleiten.
PM Bündnis 90 / Die Grünen / TA