POLITIK
Travemünde 18.09.2016
Gerangel an den Laternenmasten
Mit fünf Urnengängen steht Travemünde ein langer Wahlkampf-Marathon bevor

Will man einen Bürgerentscheid scheitern lassen, muss man für eine möglichst schlechte Wahlbeteiligung sorgen. Der vierte Advent dürfte für das Aktionsbündnis »Lübecks Linden Leben Lassen« so ziemlich das schlimmstmögliche Datum sein. Kurz vor Weihnachten haben die Menschen im Allgemeinen anderes im Sinn. Als Stadtteilbewohner dürfen natürlich auch Travemünder abstimmen, ob die Linden an der Untertrave stehen bleiben sollen oder nicht.
Ab kommendem Jahr wird es dann richtig bunt an den Laternenmasten. Wer früh hängt, sichert sich die besten Plätze.
Plakate früherer Wahlkämpfe in Travemünde:
Landtagswahl:
Die Sitze im Kieler Landtag werden am 7. Mai 2017 neu verteilt. Ein Vollzeitjob für die Abgeordneten, der mit rund 8.000 Euro dotiert ist. Lübeck ist dabei jetzt wieder in drei Wahlkreise unterteilt. Travemünde gehört zu Lübeck-Ost (Wahlkreis 31). Auf dem Stimmzettel steht für die CDU Rechtsanwalt Ulrich Krause aus Travemünde. Die CDU hatte bereits im März seine Kandidatur bekanntgegeben. Die Entscheidung, wer bei der SPD gegen ihn antritt, fällt im Oktober. Die »heiße Phase« des Wahlkampfes dürfte etwa sechs Wochen vor der Wahl beginnen.
Bundestagswahl:
Nach der Sommerpause geht es im Herbst dann weiter mit der Bundestagswahl. Mit rund 9.000 Euro plus Zulagen ist der Job in Berlin ebenfalls gut bezahlt. Ein Rennen, das beim letzten Mal Gabriele Hiller-Ohm (SPD) mit 40,7 Prozent und Alexandra Dinges-Dierig (CDU) mit 36,4 Prozent so ziemlich unter sich ausmachten. Dank gutem Listenplatz von Dinges-Dierig zogen beide in den Bundestag ein.
Bürgermeister-Wahl:
Ohne große Atempause geht es im Herbst 2017 dann in den Bürgermeister-Wahlkampf. Für den Chefsessel im Rathaus gibt es ergebnisunabhängig rund 10.000 Euro monatlich. Ob der amtierende Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) ein viertes Mal antritt, ist noch offen. Einigen sich mehrere Parteien diesmal auf einen Gegenkandidaten, könnte es spannend werden. Inoffiziell im Gespräch ist Fachbereichsleiterin Kathrin Weiher (parteilos).
Kommunalwahl:
Eher ein Taschengeld von nicht einmal 300 Euro gibt es als Aufwandsentschädigung für die Mitglieder der Lübecker Bürgerschaft. Die Gemeindevertreter werden im Frühjahr 2018 neu gewählt.
Innerhalb etwas mehr als einem Jahr heißt es für die Wähler also, fünfmal zur Wahlurne zu gehen und der Bürgerpflicht nachzukommen. Viel Arbeit bedeutet es für die ehrenamtlichen Wahlkampf-Teams der Parteien, die Plakate kleben und Wahlkampf-Stände aufbauen. Und natürlich die Ehrenamtler, die beim Auszählen der Stimmzettel helfen. TA
Voraussichtliche Termine:
- 18. Dezember 2016 (einmalig): Bürgerentscheid Lübecker Linden
- 07. Mai 2017 (alle 5 Jahre): Landtagswahl
- Herbst 2017, alle 4 Jahre: Bundestagswahl
- Ab November 2017 bis Frühjahr 2018 (alle 6 Jahre): Bürgermeisterwahl
- Frühjahr 2018 (alle 5 Jahre): Kommunalwahl


















