FREIZEIT & TOURISMUS
Travemünde 04.08.2016
Das Shantyfestival: ein Umsatzbringer für Travemünde
»Christian Martin Lukas, Chef der LTM, hat einmal geäußert, dass Travemünde ohne Shanty wie Lübeck ohne Marzipan sei. Recht hat er! Wir sorgen dafür, dass jedes Jahr mehr als 1.500 Sänger aus ganz Europa nach Travemünde kommen. Dazu kommen noch die ungezählten »Begleitpersonen« wie Angehörige, Freunde, Bekannte etc. etc. Sie alle wollen hier auch übernachten, wollen essen und trinken, wollen sich im weitesten, aber positiven Sinne amüsieren. Allein das sind schon wesentliche Faktoren für Travemünde.
Stichwort Hotel und Übernachtung: Schon jetzt seien die (günstigen) Möglichkeiten ausgeschöpft, teilt uns ein auswärtiger Chor aus der Nähe der holländischen Grenze mit, der in 2017 gerne dabei wäre, aber keine adäquate Unterkunft mehr bekommen könne, wie er ausführt. Gleichzeitig aber die Hoffnung hegt, in 2018 wieder dabei sein zu können.
Das Festival hat sich nicht nur im Bereich der Chöre einen Namen gemacht (für 2017 haben wir keine freien Plätze mehr – und alle Chöre melden sich von allein bei uns), sondern auch die unzähligen Besucher wissen dieses Ereignis mit 150 maritimen Konzerten zu schätzen (man spricht von 60, 70 oder gar 80.000 Besuchern! – wir haben sie nicht gezählt). Aber der Handel in Travemünde, die Gastronomie, die Eisdielen, sie alle schwärmen von diesem Event. Es sei eines der Besten, die Travemünde zu bieten habe, heißt es unisono.
Doch das Festival »lebt« vom Ambiente, von der Darbietung, von der Veranstaltungsfläche. Denn gerade die von uns für diese Festival gebuchten Flächen an der Hafeneinfahrt faszinieren das Publikum. Die unmittelbare Nähe zur Ostsee, die vorbeiziehenden dicken Pötte, das gesamte Fluidum, die besondere Stimmung. Alles das ist von unschätzbarem Wert. Und damit das so bleibt, sind wir auf die Flächen der Travewiesen angewiesen: auf die Tornadowiese, auf die Wiese neben dem LYC, auf die Wiese des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Dort, auf dieser gesamten Fläche, stehen unsere fünf Bühnen, die im steten Wechsel der anwesenden 40 Chöre ständig belegt und vom Publikum belagert sind.
Dass die fünf Bühnen nicht unmittelbar nebeneinander stehen können, liegt auf der Hand: die musikalischen Darbietungen dürfen sich nicht gegenseitig stören. Das zu erreichen ist unsere Aufgabe. Diesen Anspruch des ungestörten Genießens haben wir bisher stets verwirklichen können. Und so wandert der Besucher von einer Bühne zu anderen, um sich an den Darbietungen der unterschiedlichsten Shanty-Chor-Gruppe zu erfreuen. Das macht den unverwechselbaren Reiz dieser Veranstaltung aus.
Ein Ausweichen auf die Strand-Promenade oder in den Brügmanngarten würde nicht das bieten, was das Publikum zurecht erwartet. Doch wenn die Flächen in der Größe reduziert werden sollten, wird sich das negativ auf die Durchführung dieses einmaligen Festivals auswirken.
Und wir richten die Flächen attraktiv her, putzen sie heraus: Wir verlegen zum Beispiel auf der Tornadowiese extra einen breiten Weg, um ein entspanntes Flanieren zwischen den Bühnen »1« und »2« zu ermöglichen.
Finanziert wird dieses Event ausschließlich über die Schausteller, an die wir die Standplätze vermieten. Öffentliche Gelder bekommen wir keine. Reich werden wir durch dieses Festival nicht, es deckt gerade so die Kosten. Und dennoch, wir lieben diese maritime Veranstaltung, die, so wie sie ist, aus Travemünde nicht mehr wegzudenken ist.« Wolfgang Hovestädt
Fotos Karl Erhard Vögele