ORTSGESCHEHEN 7 702
Travemünde 10.03.2016
Auf das Travemünder Publikum zugeschnittene Veranstaltungen
Strandbahnhof-Investor sprach im Travemünder Ortsrat über sein Projekt

Ralph Kaerger-Thofern betonte noch einmal, dass der Strandbahnhof öffentlich bleiben müsse. »Als zentrale Anlaufstelle fast im Ortskern.«
Den Schlüssel zum Erfolg sieht er in der Nutzung der historischen Bahnhofshalle für »Gastronomie von morgens bis abends«. Dazu soll die Halle bestuhlt werden. Die öffentlichen Toiletten in der Halle will der Investor »bis Ostern« wiederherstellen.
Die Tauben will Kaerger-Thofern durch Einbau eines Windfangs »ausquartieren«. Die entsprechenden Türen seien in spätestens anderthalb Wochen drin.
Der Kiosk soll neu vergeben werden. »Das Welcome Center wird bleiben«, sagte Ralph Kaerger-Thofern.
Auch in die Räumlichkeiten des ehemaligen China-Restaurants soll wieder Gastronomie einziehen. Da laut Kaerger-Thofern der Denkmalschutz eine freie Sicht vom Godewind auf den Bahnhof haben möchte, soll der kleine Parkplatz vor dem ehemaligen China-Restaurant aufgelöst werden.
Die Anlage neuer Stellplätze bei den ehemaligen Gleisen 3+4 unterliege allerdings einem Baustopp durch die Untere Naturschutzbehörde (TA berichtete)
Aus der zusammengelegten Betreiber-Wohnung des ehemaligen China-Restaurants sollen wieder drei Wohnungen werden, die in die Vermietung kommen.
Lebhafter wurde die Diskussion, als sich Anwohner zu Wort meldeten. Aus dem Publikum heraus wurde von einer »Disco« gesprochen, der Investor habe vor vier Wochen von »Tanzveranstaltungen mit 600 Personen« gesprochen.

»Von Discothekenbetrieb habe ich nicht gesprochen«, widersprach Ralph Kaerger-Thofern. Das sei wohl ein Missverständnis. Es werde ein bis dreimal die Woche Einzelveranstaltungen geben, die auf das Travemünder Publikum zugeschnitten seien. Er sprach von Bällen, Tanzkursen, Dia- und Reisevorträgen, einer Ausstellung über die Geschichte des Strandbahnhofes und auch Lesungen. Ralph Kaerger-Thofern vertrat die Ansicht, Travemünde sei nicht gerade »der Inbegriff der jugendlichen Szene«. Die Leute würden doch um 23:00 Uhr nach Hause gehen.
Anwohner aus der Fehlingstraße sprachen von einem »Gartentrupp«, der »alles abgeholzt« habe. »Jetzt sieht es furchtbar aus.«
Ein Zwischenrufer merkte daraufhin an, dass man dank der Rodungsarbeiten nun wieder die Grundstücksgrenze sehen könne und warf Anwohnern vor, diese um »fünf Meter verschoben« zu haben.
Eine Anwohnerin erklärte nun öffentlich, sie habe das Naturschutzamt informiert, wodurch die Arbeiten gestoppt worden seien. Dafür wurde sie von einem Teil des Publikums beschimpft, sie sei Schuld, dass in Travemünde »alles blockiert« werde.
Im Verlauf der weiteren Diskussion fiel das Wort »Arschloch«, woraufhin die Qualität der Redebeiträge moniert wurde.
Anschließend drehten sich Fragen aus dem Publikum um die Firma und das Finanzierungskonzept des Investors. Es hatte sich herumgesprochen, dass der Investor den Bahnhof mit seiner englischen Firma »Teutonen Development Limited« gekauft hatte. Ralph Kaerger-Thofern erklärte diesen Umstand damit, dass er als Ryanair-Pilot in England stationiert sei. Die Finanzierung sei gesichert, hänge aber an der Durchführung seines Konzeptes.
Am Gemurmel im Saal war zu erkennen, dass manchem Zuhörer die wirtschaftlichen Fragen zu weit gingen.
Als nächstes sprach noch ein Vertreter der Bauverwaltung aus Lübeck. Man begrüße, dass etwas passiere am Strandbahnhof. Die geplante Parkplatzanlage sei aber nur zulässig, wenn sie sich »aus der Hauptnutzung ableitet.« Die Stellplätze können also nicht als reines Vermietungsgeschäft errichtet werden, sondern müssen für die Nutzer des Gebäudes notwendig sein. Und sie müssen »verträglich mit der Nachbarschaft sein.« Wie viele Parkplätze genehmigt werden, ist noch nicht zu sagen. Es sollen aber nicht die genannten 150 oder 130 Plätze werden, sondern »eine deutlich niedrigere Zahl.« TA











