Spektakuläre Travemünder Badeinsel im Internet-Auktionshaus
»Sie bieten auf die vormals größte künstliche Schwimminsel der Welt«, ist im Internet-Auktionshaus ebay.de nachzulesen. Wer mit dem Verkäufer Kontakt aufnimmt, bekommt eine Adresse in Hamburg-Moorfleet. Mit dem Auto ist man über die A1 von Travemünde aus in einer Stunde da. »Travemünde Aktuell« hat sich einmal vor Ort umgesehen.
Nach einer Stunde Autofahrt von Travemünde nach Hamburg-Moorfleet taucht hinterm Deich das legendäre Atoll auf. Es schwamm zwar nur kurz vor Travemünde, doch viele Menschen erinnern sich noch gern an die ungewöhnliche Schwimminsel. Fotos: TA
Und tatsächlich, schon bei der Anfahrt über den Deich fällt sofort das ungewöhnliche Gebilde ins Auge. Die künstliche Schwimminsel, die für eine kurze Zeit in den 1970er Jahren in Travemünde vor Anker lag – bis ein Sturm sie an den Strand spülte und dem Badespaß ein Ende machte.
Mit dem Kanu werden Interessenten zum Atoll gebracht. Das hat laut Verkaufsbeschreibung 28 Meter Durchmesser. Fotos: TA
Die Einstiegsluke. Käufer werden vielleicht einen anderen Zugang bauen, etwa eine Treppe. Foto: TA
Die Objekt-Besichtigung selbst ist eine kleine Expedition: Kaufinteressenten werden mit dem Kanu abgeholt. Mit jedem Paddelschlag wächst der unterbrochene Ring, rückt die Einstiegsluke näher. Wie eine in die Jahre gekommene Raumstation treibt der verlassene Fiberglas-Gigant auf der Elbe. An Bord des Atolls spricht Verkäufer Herbert Wiegmann gerade mit der möglichen neuen Eignerin: Weltumseglerin Evalotte Schildmeier interessiert sich für das Atoll und seine Geschichte. Das Atoll ließe sich möglicherweise zu einem interessanten Wohnobjekt ausbauen, meint sie. Sie interessiert sich aber auch für das Konzept des Erbauers Aki Zöllner: Der Künstler und Erfinder fühlte sich auf schwankenden Planken nicht so recht wohl und entwickelte ein System, das das Atoll auf dem Wasser schön gerade halten sollte.
Drei der vier Elemente aus Fiberglas existieren noch. Jedes wiegt zehn Tonnen und ist für sich abkoppelbar und nutzbar. Fotos: TA
Aufmerksam geworden durch die Auktion waren auch schon andere Interessenten da. Einer, erzählt der Verkäufer, wollte das Atoll im Bodensee schwimmen lassen. Da hätte es aber mit einem Hubschrauber hingebracht werden müssen, jedes der drei zehn Tonnen schweren Elemente. Das hat dann doch den Kostenrahmen gesprengt.
Führung durch das Innere des Atolls, das sich gut ausbauen ließe: Thomas Arand (links), Maximilian Wiegmann, Evalotte Schildmeier und Eigner Herbert Wiegmann. Foto: TA
Natürlich wird auch über die Travemünder Zeit des Atolls gesprochen: Es war für ein oder zwei Sommer spektakuläre Badeinsel vor Travemünde. In der Mitte soll ein Netz gespannt gewesen sein, so dass keine Quallen und anderes Meeresgetier den Badegästen in die Quere kommen konnten. An Deck sonnten sich die Gäste und auch Gastronomie soll an Bord gewesen sein. Doch ein Sturm spülte das Atoll an den Travemünder Strand, das vierte Element sank dabei. Später war es Fischzuchtstation für Forschungszwecke. Vor vier Jahren kam es über ein Geschäft zu seinem jetzigen Eigentümer nach Hamburg. Der hat viele Ideen für die zukünftige Nutzung und schlägt unter anderem eine schwimmende Segelschule mit Clubhaus oder ein Restaurant im Fischereihafen vor. Auch als Forschungsstation könnte es wieder verwendet werden. Wer nicht gerade überdurchschnittlich groß ist, kann im Inneren des Rings bequem stehen.
Im Rumpf des Atolls kann man bequem stehen. Viele Nutzungsmöglichkeiten sind denkbar. Fotos: TA
Durch diese Glasscheiben im Boden konnte man einst Fische beobachten, ein Hinweis auf die frühere Nutzung als Forschungsstation. Fotos: TA
Wer sich als Käufer auch mit der Geschichte des Travemünder Atolls auseinandersetzen möchte, wird erst einmal recherchieren müssen. Im Internet findet sich zum Beispiel ein Interview mit dem Erbauer inklusive einiger Fotos. Etwas kann man auch auf der Website des Künstlers nachlesen. Und zur Zeit soll ein Fernsehteam für einen Beitrag recherchieren. 20.000 Euro beträgt das Mindestgebot für das Atoll. Auf den Käufer warten dann viel Arbeit und sicher eine Menge Spaß mit dem ungewöhnlichen Schwimmobjekt. Der Verkäufer jedenfalls hofft, dass es vielleicht zurück nach Travemünde kommt. Wenn sich da denn ein Liegeplatz findet… TA #ia#Wer hat noch Fotos und kann erzählen? Wer noch eigene Fotos oder Erzählungen aus der Travemünder Zeit des Atolls beisteuern möchte, kann sich gern an die Redaktion von »Travemünde Aktuell« wenden unter Telefon 04502-889180 oder unter atoll@travemuende-aktuell.de per Email. Wir freuen uns über jeden Beitrag. #ie#Externe Links zum Thema: Interview mit Erbauer Waki Zöllner Bilder des Atolls; Internet-Auktionsseite; Internetauftritt des Erbauers Waki Zöllner.
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Kommentar
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Kommentar von Alf Anonymous am 11.10.2013[4,4/13]
Das Atoll bestand zu Travemünder Zeiten
aus nur einem Teil. Erst später nach der Strandung wurde es in vier Teile zerlegt. Da das Atoll bei der Strandung an einer Stelle gebrochen war, wurde dieser Teil rausgeschnitten. Das vierte Element ist nicht gesunken, da es nie
existierte. Selbstverständlich war
dort ein Netz, denn damit wurde ja geworben, für ein »Quallenfreies« baden. Es war eine Bar mit kleiner Snackkarte an Bord. Es lag zwei Sommer in Travemünde bevor es dann in 1980 strandete.