POLITIK
Travemünde 30.08.2010
Bildungsminister auf dem Priwall

Bei seinem Besuch wollte sich der Minister ein Bild über die Ausstattung und Leistungsfähigkeit der größten Bildungseinrichtung des Handwerks in Schleswig-Holstein verschaffen.

Das besondere Interesse von Dr. Klug galt der überbetrieblichen Ausbildung der Handwerkslehrlinge in den Fachwerkstätten sowie dem Travemünder Modell der Lernortkooperation.
Begleitet wurde der Minister von Günther Stapelfeldt, Vizepräsident der Handwerkskammer Lübeck, Thomas Baehr, Leiter der Berufsbildungsstätte Travemünde, und Bodo Kroll, Leiter der Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck.
Nach einem ausführlichen Gespräch ging es zum Rundgang durch die Werkstätten, etwa der Halle Bootsbauer, wo gerade an einem Jugendwanderkutter gearbeitet wird, der Kfz-Mechaniker, wo es unter anderem Einblicke in die Schweißtechnik gab und der Augenoptiker mit einem Sehtest.
Besondere Vorsicht galt es beim Besuch des Laminier-Lehrgangs zu üben, denn hier wird an jeder Ecke mit Kunststoff gearbeitet, was keine ideale Umgebung für Anzüge ist.
Die Augenoptiker errieten natürlich sofort, dass Brillenträger Dr. Klug Gleitsichtgläser trug. Damit sei er sehr zufrieden, erklärte der Minister. Er sei gerade vor zwei Wochen beim Optiker gewesen und musste ein neues Glas bekommen. »Weil ich auf einmal schärfer sehe als vorher, ich weiß auch nicht warum«, meinte er, was natürlich aus dem Begleittrupp den Kommentar herausforderte, das sei auch notwendig in der Politik. TA
Pressemitteilung der Handwerkskammer zum Ministerbesuch im Originaltext:
Am 30. August 2010 besuchte der schleswig-holsteinische Minister für Bildung und Kultur Dr. Ekkehard Klug die Berufsbildungsstätte Travemünde und die Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck. Beim Rundgang durch die größte Bildungseinrichtung des Handwerks in Schleswig-Holstein zeigte sich der Minister beeindruckt von deren Leistungen und Ausstattung.
Auf dem vielfältigen Besuchsprogramm standen unter anderem Rundgänge durch die Werkstätten der Bootsbauer, Augenoptiker und Kfz-Techniker. Wie sehr hochmoderne Technik die heutige Handwerksausbildung bestimmt, davon konnte sich Ekkehard Klug in den Werkstätten und im Gespräch mit Ausbildern und Lehrlingen überzeugen. Der Leiter der Berufsbildungsstätte Thomas Baehr erläuterte dem Minister bei dem gemeinsamen Rundgang unter anderem den Ablauf der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung.
Der Bildungsminister unterstrich während seines Rundgangs die Bedeutung der Berufsbildungsstätte Travemünde für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Schleswig-Holstein.
»Die Berufsbildungsstätte leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, jedem Lehrling den Weg zu einem erfolgreichen Berufsabschluss zu ebnen und Handwerker optimal weiterzubilden«, sagte Klug. In den modernen Werkstätten sei Aus- und Fortbildung auf höchstem Niveau und auf dem neuesten Stand der Technik sichergestellt, so der Minister. Dies garantiere qualifizierte Fachkräfte für Schleswig-Holstein, die nicht nur im Handwerk, sondern auch in anderen Wirtschaftsbereichen gefragt seien.
Oberstudiendirektor Bodo Kroll, Leiter der Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck, stellte dem Minister die aus mehreren Landesberufsschulen bestehende Bildungseinrichtung vor. Sehr interessiert folgte Minister Klug den Ausführungen von Thomas Baehr und Bodo Kroll zur intensiven Zusammenarbeit der Travemünder Berufsbildungsstätte und der Berufsschule. Diese als Travemünder Modell bezeichnete Lernortkooperation garantiert den Berufsschülern nachvollziehbare Bezüge zwischen theoretischen und berufspraktischen Inhalten und Fertigkeiten. Die Ausbildung ist kosten- und zeiteffizienter und durch die Verzahnung von Berufsschule und überbetrieblicher Ausbildung »wie aus einem Guss«.
Am Standort Lübeck-Travemünde werden Auszubildende aus ganz Deutschland in ihrem jeweiligen Beruf ausgebildet. Der Unterricht wird handlungsorientiert in den mit modernster Technologie ausgestatteten Unterrichts-, Labor- und Werkstatträumen erteilt.
Durch die hohen Investitionen des Landes Schleswig-Holstein und des Schulträgers Handwerkskammer Lübeck ist ein kompetentes Ausbildungszentrum für die Berufe Augenoptiker/- in, Bootsbauer/-in, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Glaser/-in, Orthopädieschuhmacher/- in, Schuhmacher/-in und Segelmacher/-in entstanden.
Die Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck pflegt ein breites Netzwerk zu ihren Ausbildungspartnern, wie z.B. den Landesinnungen, den Bundesverbänden, der Industrie, den Fachhochschulen und den Universitäten.
Lobende Worte fand der Minister auch für die Anfang des Jahres gestartete Imagekampagne des deutschen Handwerks: »Die Kampagne finde ich sehr gelungen. Ich bin mir sicher, dass sie das Handwerk bei Jugendlichen positiv ins Gespräch bringt und einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses leisten wird.«
Quelle: Text: Handwerkskammer/TA, Fotos: Karl Erhard Vögele