ORTSGESCHEHEN 1
Travemünde 14.04.2009
Wo sind unsere Mädels von 1948?
Hamburger Jung will nach 50 Jahren Bekanntschaft auffrischen

Die Jungs lernten auf dem Priwall auch zwei Mädchen kennen. Mehr als 50 Jahre sind seit der Radtour auf den Priwall vergangen. Und nun fragt Hans-Jürgen Braun sich, was aus den Mädels von damals wohl geworden ist.

Der heute 79jährige Hans-Jürgen Braun war damals 19 Jahre jung und Lehrling bei Siemens in Hamburg. Später wurde er Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik. Von seinen fünf Kameraden lebt nur noch einer, ein bekannter Architekt in Köln. Damals, im Sommer 1948, fanden die Radfahrer auf dem Priwall eine Zeltlager vor. Das war wohl von einer Jugendgruppe aufgebaut und vorübergehend verlassen worden, vermutet der Hamburger. »Es ersparte uns Aufbau und Übernachtung in den eigenen, mitgebrachten Zelten.« Natürlich gab es damals nicht den Komfort, den man heute vom Camping erwartet.
»Lebensmittel zum Kochen hatten wir natürlich auch auf den Fahrrädern von Hamburg mitgebracht. Es ab ja alles nur auf Marken.«, erzählt Hans-Jürgen Braun. »Was ohne Marken angeboten wurde war äußerst dubios, zum Beispiel die Fischfrikandellen, die wir in einem Kiosk am Fähranleger kauften.«
Auch die Radtour selbst war ein kleines Abenteuer: »In besonderer Erinnerung bleibt mir die Fahrt per Fahrrad von Hamburg über Mölln nach Travemünde, da es zurück über die Autobahn ging, die noch teilweise vom englischen Militär gesperrt war. Es kümmerte sich keiner um uns Radfahrer. Die Fahrt selbst dauerte nur 3 Stunden, aber die gleiche Zeit benötigte man für das ständige Flicken der alten Schläuche. Trotzdem war es eine tolle Zeit.«
Wer nun weiß, was aus den beiden Damen vom Priwall geworden ist, oder wenn die Mädchen von damals selbst den Artikel lesen, können sie sich gern bei »Travemünde Aktuell« melden, wir stellen den Kontakt zu Herrn Braun her. TA

















