POLITIK 1 2
Travemünde/Lübeck 21.09.2015
Waterfront: Auch der Bauausschuss gibt grünes Licht
Da einige Politiker nicht ins Fernsehen wollten, musste das Kamerateam aber unverrichteter Dinge wieder abziehen. Dann konnte es losgehen mit der letzten Runde vor der entscheidenden Bürgerschaftssitzung.

Waterfront-Initiator Sven Hollesen hatte in der Sondersitzung des Travemünder Ortsrates Mitte September (TA berichtete) zwar angekündigt, es werde seine letzte Präsentation sein vor der Bürgerschaftssitzung, aber nun musste er im Bauausschuss doch noch einmal ran. Seine Präsentation gestaltete er etwas kürzer, die Bilder waren ein wenig bunter, aber im Wesentlichen dieselben: Einzelne Gebäude oder auch mal zwei, die Zeile entlang der Promenade, aber keine Gesamtansicht.
Hollesen sprach über die Gebäudehöhe, über die Bedeutung von Ostsee-Station und Passat und über die Konkurrenzsituation im Tourismus, der Travemünde »langfristig nicht hätte standhalten können.«
Ganz so leichtes Spiel wie im Ortsrat hatte er nicht: Carl Howe (GRÜNE) etwa sprach vom Blick aufs Grüne, den man von der Vorderreihe aus hat. Und stellte auch einige Zusatzanträge, etwa dass der Radweg über die neue Promenade führen solle »und nicht über den Hinterhof der Waterfront«. Außerdem solle Haus 6 aus dem B-Plan rausgenommen werden für Flüchtlinge. Sven Hollesen erklärte, das sei die Rezeption.

Detlef Stolzenberg (Partei-Piraten) bemängelte, dass sich die Stellungnahmen in der Abwägung nicht ausreichend wiederfänden. Eine Vertreterin der Stadt und ein Beauftragter des Investors widersprachen. Stolzenberg fand auch, es seien für den Bebauungsplan zu viele Ausnahmen gemacht worden was Wald, Abstandsflächen und Dünen betrifft. Dann kam er zum Thema Zweischiffigkeit der Trave.
An dem Punkt meldete sich Gemeindevertreter Thomas Thalau (CDU) aus Travemünde zu Wort. Er sei erstaunt, dass Stolzenberg Bäume und Dünen erhalten wolle, aber dann den Priwall wegbaggert, damit seine Schiffe durchfahren könnten. Das sorgte erst einmal für Lacher im Ausschuss. Stolzenberg verteidigte sich es handle sich um eine Begradigung der Trave.
Weniger Aufmerksamkeit als beim Waldplausch erregte das Waterfront-Modell der BiP, das im Ausschuss ausgestellt wurde. Immerhin konnte es Bauherr Sven Hollesen so auch einmal im Original sehen.
Am Ende wurden die Zusätze von Partei-Piraten und Grünen mit komfortabler Mehrheit aus CDU und SPD abgelehnt, der Vorlage der Verwaltung zugestimmt. Da scheint der Beschluss am Donnerstag in der Bürgerschaft nur noch eine Formsache. TA