MARITIMES
Travemünde 11.08.2009
Schluss mit rauchenden Schornsteinen:
Hiller-Ohm: Steuerliche Gleichbehandlung bei Landstrom und Schiffsdiesel – Fördergelder für Entwicklung alternativer Antriebe
Wenn die Schiffe im Hafen liegen, laufen normalerweise die Motoren weiter, und die laufen mit Schweröl. Stattdessen soll auf Landstrom umgestellt werden: »Da kämpfe ich seit vielen Jahren dafür.« Eine »Steckdose für Schiffe« gibt es in Lübeck ja bereits. Im Rahmen der Europawahl hätte sie auch mit dem SPD-Spitzenkandidaten und jetzigen Fraktionsvorsitzenden Martin Schulz vor Ort gesprochen: »Er wird das auch auf jeden Fall in Brüssel unterstützten«, sagt Gabriele Hiller-Ohm.
Nun müssen Reeder natürlich gerade heutzutage auf Wirtschaftlichkeit achten. »Beim Landstrom wäre es schon gut, wenn wir eine steuerliche Gleichbehandlung zwischen dem Schiffsdiesel und dem Landstrom hätten«, fordert Hiller-Ohm. Zur Zeit müsse auf Landstrom Steuern bezahlt werden, auf Schiffsdiesel aber nicht. »Das beseitigen wir, da sind wir dabei.« Dann würde es für die Reeder auch attraktiver, in den Landstrom zu investieren.

Natürlich löst das nur die Probleme im Hafen. Die fahrenden Schiffe werden ja immer noch mit Schweröl betrieben. Als Alternative werden zur Zeit Gas-Antriebe gehandelt. Gabriele Hiller-Ohm will demnächst mit Ralf Giercke, dem Umwelt- und Qualitätsmanagementbeauftragten der Stadtwerke Lübeck GmbH zusammensetzen, um gemeinsam Strategien zu entwickeln, die das Thema voranbringen. Hiller-Ohm: »Das wäre natürlich für eine Hafenstadt wie Travemünde, aber auch wenn die Schiffe hoch nach Lübeck fahren, eine sehr gute Sache.« Bei den Gast-Schiffen müsse auf Forschung und Entwicklung zur Veränderung der Antriebe gesetzt werden: »Da werden wir auch Mittel bereitstellen, dass das passiert«. Schiffe seien die umweltfreundlichsten Verkehrsträger und sollten das auch bleiben.
Zur Umsetzung gibt es keine Prognosen. Im Deutschlandplan, den Kanzlerkandidat Steinmeier vorgestellt habe, sei aber enthalten, dass auch in Innovation Gelder gegeben werden soll, weil so ja voraussichtlich auch Arbeitsplätze entstehen. Gabriele Hiller-Ohm rechnet damit, dass es auch im Schiffsbereich einen Schub geben werde. »Wir wollen das umweltfreundliche Deutschland-Auto entwickeln und wir werden auch ein umweltfreundliches Schiff entwickeln können, da bin ich doch sehr sicher.« TA
1 http://www.hiller-ohm.de