ORTSGESCHEHEN 11 

Travemünde 09.04.2018

Sven Hollesen in der Gerüchteküche

Über den Waterfront-Initiator und sein Projekt kursieren die erstaunlichsten Geschichten

Von Anfang an brodelte die Gerüchteküche um das touristische Großprojekt »Priwall Waterfront« mehr als es sonst schon brodelt in Travemünde. Das riss auch nicht ab, als längst die ersten Häuser hochgezogen wurden. »Travemünde Aktuell« hat Investor Sven Hollesen zu den Geschichten befragt – manche davon kannte er selbst noch nicht.

Die Travemünder Altstadt will er nicht aufkaufen, versichert Sven Hollesen. Foto: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Die Travemünder Altstadt will er nicht aufkaufen, versichert Sven Hollesen. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Gerücht 1: Verkauf läuft schleppend

  • Erzählt wird, dass der Verkauf nur schleppend läuft. Und auch nach zwei Jahren nicht einmal die Hälfte der 507 Wohnungen verkauft seien. Nämlich bislang nur 231 Stück. Sven Hollesen rechnet da anders: »Verkauft werden sollen nicht 507, sondern 507 minus die 110 im Tagungscenter«, sagt er. Die 110 Wohnungen würden er und ein Co-Investor aus Lübeck privat behalten. Von den knapp vierhundert Wohnungen, die verkauft werden sollen, seien dann besagte 231 schon verkauft. Womit der Investor zufrieden ist: »Wir hatten zwischen 100 und 150 erwartet zu diesem Zeitpunkt«, sagt er.

Gerücht 2: Wohnungen sind hellhörig

  • Einige Wohnungen sind bekanntlich schon fertig und die ersten Urlauber machen darin Ferien. Auf dem Priwall wird erzählt, dass es von den Gästen Beschwerden gäbe, weil die Wohnungen hellhörig seien. Davon hätte er »nicht gehört«, kalauert Sven Hollesen. »Auf jeden Fall kann ich bestätigen, dass wir in alle Wohnungen Schallschutz-Maßnahmen verkauft haben. Wir verkaufen bessere dB-Dämmung als nach DIN 4109.«

Gerücht 3: Neubau abgesackt

  • Eine Geschichte, bei der sich auf Aussagen von nicht näher genannten Bauarbeitern bezogen wird, betrifft die dem Strand nächstgelegene Immobilie: Schon seit Monaten wird erzählt, das Haus sei abgesackt. Mancher erzählt, das liege an unentdeckten Hohlräumen aus dem Krieg. Gelegentlich wird sogar behauptet, die Neigung sei so schlimm, dass das Haus wieder abgerissen werden müsse. »Das wusste ich nicht« scherzt Sven Hollesen. Auch an der Geschichte ist offenbar nichts dran. Und auf die Nachfrage, ob wirklich nichts auch nur um einen Zentimeter abgesackt sei, verneint er: »Auch um Gottes willen«, sagt Sven Hollesen.

Gerücht 4: Hollesen kauft die Altstadt auf

  • Ein etwas jüngeres, aber vielfach erzähltes Gerücht betrifft zwar nicht die Waterfront, aber den Investor: Sven Hollesen gehe rum, klingele an Travemünder Türen und frage, ob die Bewohner vielleicht ihre Häuser verkaufen wollten. Der Däne wolle den Priwall und die Travemünder Altstadt aufkaufen und aus den Wohnhäusern Ferienwohnungen machen. Auch daran ist nichts: »Ich kann ihnen bestätigen, ich habe keine Anfragen betrieben und keine Immobilien gekauft«, versichert Sven Hollesen. Dass er nirgends geklingelt hat, kann auch seine Frau bestätigen: Er sei die letzten Wochen immer zuhause gewesen. TA

Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst in der März-Ausgabe (2018) von »Travemünde Aktuell« erschienen.

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 09.04.2018, 11:24 Uhr
Aktualisiert: 09.04.2018, 11:32 Uhr
Letzter Zugriff: 19.04.2018, 22:12 Uhr
Aufrufe insgesamt: 1.734; heute: 12; gestern: 10

 

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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von David Kidon am 09.04.2018 [4,2/130]

Wer hält Herrn Hollesen für so dumm, dass der auch nur eines der »Gerüchte« im geringsten bestätigen würde?

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Kommentar von Celler am 09.04.2018 [3,1/139]

Ein weiteres Gerücht ist, dass auf dem Priwall Betonburgen gebaut wurden. Diejenigen, die gern alles Neue schlechtreden, sollten sich einen Blick in den Duden gönnen. Ich finde die Bauten durchaus gelungen (vorsorglicher Hinweis: Ich kenne Herrn Hollesen nicht, werde von ihm auch nicht finanziell unterstützt, sondern meine nur, dass Travemünde froh sein kann, wenn sich Investoren finden, die etwas für den Fortbestand des Ortes als erfolgreiches Seebad tun. Dass sich Investments rechnen müssen, wollen wohl nur Neider nicht akzeptieren.)

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Kommentar von W. Stockfäller am 09.04.2018 [3,0/145]

Hallo Celler, es ist Ihr gutes Recht, die Architektur auf dem Priwall aus ausgesprochen sensibel und gelungen zu finden. Wahrscheinlich finden Sie die DDR-Plattenbauten schön und auch das Maritim. Ob nun die Priwall-Beton-Burgen-Villen- schön sind in den Augen der Menschen oder nicht, ist mir ziemlich egal, weil es nicht mehr änderbar ist. Sicher ist nur, dass der Priwall in seiner früheren natürlichen Anmutung zerstört ist. Auch Travemünde wird als Standort der Tourismusindustrie (für Sie etwas Erfolgreiches) weiterentwickelt, aber als das was es als ehemaliges Seebad und Kurbad war, wird es ebenfalls zerstört. Aber die Travemünder haben es verschlafen, dagegen wirksamen Widerstand aufzubauen und die Politiker in Lübeck haben nicht gemerkt was sie da verbrochen haben und ich denke, denen in Lübeck ist das auch egal. Nun wird es eine neue Bürgerschaft geben. 12 Parteien werden es sein, und ich kann mir, wenn ich mir die Kandidaten ansehe, nicht vorstellen, dass sich was ändern wird.

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Kommentar von Rainer N. am 09.04.2018 [3,5/94]

Der Verkauf des Apartmenthaus High End am Leuchtenfeld ist auf jeden Fall erfolgreich gelaufen. Nach einem Jahr waren alle 108 Apartments verkauft!

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Kommentar von Hardin Tenger am 10.04.2018 [3,2/100]

@ ..Celler > Celler m/w .., Sorry, aber ihr Beton-Geschmack geht entweder in die Richtung »no cultura«, »Bauhausstil« oder einem gewissen »Geschmäckle«. Travemünde zu Zeiten eines dänischen Bauspekulanten mit seinem Lübecker untertänigen Gesinde aus Bürgerschaft und Verwaltung verkommt täglich mehr zu einer billigen Kopie zweit- und drittklassiger Seebäder an der Ostseeküste. Nebenbei, haben Sie sich wirklich schon einmal die Mühe gemacht und auf dem Priwall (vor Ort) die teils sichtbaren » handwerklichen Qualitäten » hinterfragt? Und, »Gerüchte« haben fast immer den Hintergrund von Ursächlichkeiten. Letztlich folgendes, hinsichtlich der teils gesundheitsschädlichen Abgase aus den vielen Fährschiff-Schloten wirds an den T.mder Traveseiten bald zu Forderungen nach der Art der Anlieger von Flughäfen kommen.

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Kommentar von Ingwersen am 10.04.2018 [3,2/99]

Hallo Herr Stockfäller, Ihr persönlicher Geschmack ist ihr Sache, aber ich frage mich ernsthaft ob sie je die DDR-Plattenbauten gesehen denn dieser Vergleich hinkt nicht nur, nein er braucht einen Rollstuhl. Die Schönheit der Kriegsbauten des U-Bootversorgungshafen als natürliche Anmutung zu bezeichnen gleich siehe oben. Wenn sie, wie viele Wahlkämpfer, keine Ahnung von Verträgen haben, dann werden sie es lernen müssen, wie die populistischen Wahlkämpfer. In einem gebe ich ihnen Recht, Travemünde hat es verschlafen, aber das war schon lange vor den Maritim Bau so. Mit H. Leber und H. Thalau hätten wir jetzt Politiker in Travemünde, die für Travemündes Entwicklung gut wären, ohne in Zeiten vor meiner Geburt auf dem Priwall, zurück zu gehen.

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Kommentar von W. Stockfäller am 10.04.2018 [2,7/77]

@Ingwersen: es geht nicht um meinen Geschmack, sondern um den von Celler. Das haben Sie beim Lesen wohl nicht richtig verstanden. Plattenbauten kenne ich und habe auch darin gewohnt. Wenn Sie den Priwall auf ein paar rote Backsteinbauten reduzieren, dann haben Sie den Priwall, wie er früher war, nicht richtig begriffen. Wie sie angesichts meines Textes darauf kommen, mir vorzuwerfen, nix von Verträgen zu verstehen, ist mir schleierhaft und eine ungeheure Anmaßung. Mich auch noch in die Nähe populistischer Wahlkämpfer zu rücken, finde ich unverschämt. Herr Thalau wird leider nicht in die Bürgerschaft kommen können. Schade, ein Verlust für Travemünde. Ob es der begnadete Selbstdarsteller Herr H. Leber von der FDP in die Bürgerschaft schaffen wird, werden wir ja sehen. Und was er zu Wege bringt, der sich ja schon jetzt kumpelhaft in aller Öffentlichkeit Duzt mit dem neuen Sozi-Bürgermeister, werden wir auch sehen.

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Kommentar von BetonHasser am 10.04.2018 [3,0/92]

Hinter jedem Gerücht steckt ein wahrer Kern. Natürlich gleichen die »Villen« nicht den vor 40 Jahren hochgezogenen DDR Plattenbauten 1-zu-1, aber ich sehe in ihnen die neue Interpretation dessen, was auch die DDR bezweckte. Auf möglichst wenig Platz in günstiger Bauausführung »etwas hochziehen«. Einziger Unterschied zur DDR: Herr Hollesen ist Kapitalist, verdient sehr sehr kräftig an den »Villen« (addiert man die Kaufpreise aller einzeln veräußerten Wohnungen einer »Promenadenvilla«, kommt man schnell auf Beträge über 2 Mio EUR). Die DDR musste sparen, um vielen Bürgern das Elementarbedürfnis Wohnen zu erfüllen. Herr Hollesen will sparen, um möglichst viel zu verdienen und wenig Fläche zu verbrauchen. Nichts anderes steht auch im Bebauungsplan der Stadt Lübeck – extra zugelassen ist eine Flächenverdichtung (40% überbaubare Fläche a.d. Promenade), um sparsam mit der Fläche umzugehen. Und klar ist auch, dass damit die »Weite« des Priwalls von früher unwiederbringlich zerstört ist, leider

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Kommentar von Celler am 10.04.2018 [3,3/86]

Mit meinem Kommentar wollte ich keine Diskussion über den Geschmack von Bauwerken anstoßen, weil bekanntlich solche Diskussionen nicht zu einem Ergebnis führen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass auf dem Priwall keine Betonburgen gebaut wurden. Unter Betonburgen versteht man etwas anderes. Hinweisen wollte ich jedoch darauf, dass Travemünde erfreulicherweise eine Entwicklung mit modernem Unterkünften für Urlauber will. In der Vergangenheit haben viele Freunde und Bekannte Travemünde eher mit einem Ort identifiziert, in dem die Zeit stehen geblieben ist (z.B. Bauruine Seestern, Leerstände und Verfall in der Kurgartenstraße, Werbeschilder von Bestattungsunternehmen an der Travepromenade, all das verbreitet doch eher eine morbide Stimmung oder?

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Kommentar von Hein Blööd am 11.04.2018 [3,6/74]

Ich frage mich, wie wohl die eigenen Vorstellungen der zu verwirklichten Architektur der zahlreichen Kritiker oder Besserkönner aussieht?? Wie das Haus vom Nikolaus oder wie. Außerdem finde ich, dass persönliche Angriffe in einem Kommentar nichts zu suchen haben..

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Kommentar von Voll Doof am 11.04.2018 [2,2/55]

In Sachen Nikolaushaus. Was ich vergessen habe: Persönliche Verunglimpfungen von Leuten, die einen Baustil bevorzugen als ich sind natürlich von meiner Kritik ausgenommen, sie sind sogar erwünscht.

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