KUNST & KULTUR 5 

Travemünde 03.01.2018

Wolfgang Hovestädt: Er lässt nicht locker

Aufruf an Politikerinnen und Politiker

In einem Aufruf über die Presse mit der Bitte um Unterstützung wendet sich der Geschäftsführer der Kulturbühne in Travemünde wiederum an die Politikerinnen und Politiker der Hansestadt, die Kulturbühne in Travemünde weiterhin möglich zu machen. Er geht auf die 7 Jahre ein, welche der Stadt an der Trave und darüber hinaus ein großes kulturelles Angebot gebracht haben. Auch macht er einen neuen Vorschlag. Nicht ein Spiegelzelt soll es sein, sondern ein festes Bauwerk ähnlich einem Spiegelzelt, für das er zur Veranschaulichung eine Skizze beifügt.

Wolfgang Hovestädt, Geschäftsführer Kulturbühne Travemünde gUG (haftungsbeschränkt)
Wolfgang Hovestädt, Geschäftsführer Kulturbühne Travemünde gUG (haftungsbeschränkt)
Skizze eines festen Gebäudes als neues Theaterhaus ähnlich einem Spiegelzelt (siehe Text).
Skizze eines festen Gebäudes als neues Theaterhaus ähnlich einem Spiegelzelt (siehe Text).

Wolfgang Hovestädt schreibt:

Liebe Politiker und Politikerinnen,

fast sieben Jahre gab es nun die Kulturbühne in Travemünde. Und in dieser Zeit haben wir sehr, sehr viele Besucher bei uns begrüßen können, allein 12.000 in den letzten drei Jahren im Kulturbahnhof – dies schon eine beachtliche Anzahl, die für sich spricht.

Namhafte Künstler haben wir nach Travemünde geholt und damit dazu beigetragen, dass Lübeck auch auf diesem Gebiet weit über die eigentlichen Grenzen hinaus einen nicht zu unterschätzenden Ruf bekam. Denn unsere Besucher kamen zum Teil von weit her und begrüßten das kulturelle Angebot, dass der Kulturbahnhof bot.

Zu unseren Künstlern, die wir verpflichten konnten, zählten die Pfeffermühle aus Leipzig genauso wie die Herkuleskeule aus Dresden oder Alma Hoppe aus Hamburg bzw. die Distel aus Berlin. Illustre Kabarettisten wussten die Bühne und das besondere Flair im Kulturbahnhof zu schätzen. Chin Meyer zum Beispiel, oder Arnulf Rating.

Der vom Fernsehen bekannte Kabarettist Christoph Sieber war schon bei uns auf der Bühne. Aber auch Frieda Braun und Simone Solga standen mehr als einmal auf den Brettern, die auch unsere Bühne ausmachten. Der bekannte Bauchredner Benjamin Tomkins sorgte für ein ausverkauftes Haus, ebenso Enissa Amani, die ein ganz anderes Publikum nach Travemünde zog. Thomas Reis, Claus von Wagner und Robert Griess wussten ihr Publikum zu begeistern. Alles Namen mit gutem Klang.

Die Musiker des Musicals »Buddy Holly« hatten wir zu Gast und wir waren dank dieser Akteure an zwei aufeinanderfolgenden Abenden restlos ausverkauft. Die Gruppe Yxalag, alles ehemalige Studenten der Lübecker Musikhochschule, heute gestandene Persönlichkeiten der Musikszene, die in der ganzen Welt zu Hause sind, verwöhnten unser Publikum mit ausgesucht musikalischen Leckerbissen und rissen die Besucher zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

Axel Pätz, Barbara Ruscher, Anka Zink, Bidla-Buh, Hans Scheibner, um nur einige von den vielen Künstler aufzuzählen, die bei uns waren und einen mehr als guten Eindruck vom Kulturbahnhof in Travemünde hatten. Die aber vor allem auch dazu beitrugen, den Namen »Lübeck« in die »Welt« zu tragen. Mal abgesehen davon haben die Künstler des Kulturbahnhofes den vielen Besuchern des Ostseebades Travemünde Kurzweil geschenkt, ein nicht zu unterschätzendes Argument, wenn es darum geht, die touristischen Attraktivität zu unterstreichen. Alles in allem hatten wir in Travemünde Künstler zu Gast, die sonst nur in »großen Häusern« zu erleben sind, in Berlin, Köln oder München – hin und wieder auch in Lübeck in der MuK. Diese Künstler, die bei uns waren, stellen ein unschätzbares Gut dar und ein Pfund, mit dem man wuchern kann.

Dass dies alles Geschichte sein soll, wäre bedauerlich.

Darum bitten wir Sie, sich vehement dafür einzusetzen, dass die Kulturbühne ein neues Zuhause in Travemünde bekommen kann. Dazu schwebt uns ein festes Gebäude vor, dass äußerlich einem Spiegelzelt ähnlich sein soll (siehe beigefügte Skizze). Diese Art der Spielstätte würde auch viele neue Besucher nach Travemünde bringen und vor allem das Ostseebad noch populärer machen, das Angebot für Touristen vervollständigen. Ein kulturelles Angebot, das Travemünde gut zu Gesicht stehen würde.

Um dieses zu realisieren, benötigen wir eine entsprechende Fläche. Infrage käme ein (kleiner) Bereich des Platzes »Leuchtenfeld«, der einst als Skaterbahn benutzt wurde, aber nun schon seit Jahren brach liegt. Parkplätze würden durch diese kulturelle Nutzung keine entfallen. Auch in Betracht käme die Spitze des eben genannten Parkplatzes. Auch dafür müssten keine Parkplätze geopfert werden, wenn die Fläche der Skaterbahn als Ausgleich herangezogen würde. Auch dem Projekt »Bürgerpark«, zu dem die Fläche Leuchtenfeldparkplatz umgestaltet werden soll, käme ein Theater zugute, es wäre mit Sicherheit eine sinnvolle Ergänzung des touristischen Angebotes, das sicher auch von den Hotelgästen begrüßt würde. Dies auch vor dem Hintergrund der neu zu entstehenden Kapazitäten.

Und der Stadt würden keine Kosten entstehen. Die Kulturbühne würde die Fläche, die sie für ihr Projekt benötigt, von der Stadt pachten.

Wir bitten Sie, liebe Politiker und Politikerinnen, um Unterstützung. Bitte, setzen Sie sich mit Nachdruck dafür ein, dass Travemünde attraktiv bleibt und ein bereits weit über die Grenzen hinaus bekanntes Theater be- bzw. erhält.

Es grüßt Sie herzlich

Wolfgang Hovestädt,

Geschäftsführer Kulturbühne Travemünde gUG (haftungsbeschränkt)

Hans Scheibner in »Alles so schön beknackt hier«.
Hans Scheibner in »Alles so schön beknackt hier«.
Die Distel aus Berlin in »Glück ist etwas für starke Nerven«.
Die Distel aus Berlin in »Glück ist etwas für starke Nerven«.
Die Musiker aus »Buddy Holly«.
Die Musiker aus »Buddy Holly«.
Jan-Peter Petersen (r) und Lutz von Rosenberg-Lipinsky aus dem Hamburger Kabarett »Alma Hoppe«.
Jan-Peter Petersen (r) und Lutz von Rosenberg-Lipinsky aus dem Hamburger Kabarett »Alma Hoppe«.
Axel Pätz im Soloprogramm »Chil mal«.
Axel Pätz im Soloprogramm »Chil mal«.
Thomas Freitag in »Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall«.
Thomas Freitag in »Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall«.
Frieda Braun in »Rolle Rückwärts«.
Frieda Braun in »Rolle Rückwärts«.

Fotos Karl Erhard Vögele

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 03.01.2018, 15:49 Uhr
Aktualisiert: 03.01.2018, 17:19 Uhr
Letzter Zugriff: 22.01.2018, 20:06 Uhr
Aufrufe insgesamt: 1.221; heute: 1; gestern: 7

 

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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von Christian Jäger am 03.01.2018 [2,9/90]

Ein Armutszeugnis sondergleichen für die Travemünder und Lübecker Stadt- und Kulturpolitik! Was machen die teilweise gut bezahlten zuständigen MitarbeiterInnen der Stadt eigentlich den ganzen Tag?

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Kommentar von Marion Stude am 03.01.2018 [2,8/97]

Erst ein Zelt-jetzt soll es ein fester Bau werden?? Man sollte schon wissen für was man sich einsetzt! Als nächstes wird wahrscheinlich die Kostenübernahme durch die Hansestadt gefordert! So langsam wird es ziemlich unglaubwürdig!

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Kommentar von Rosa Stilzchen am 03.01.2018 [3,4/90]

Mal anders betrachtet: welche Zukunft wird so ein Projekt haben? Scheint doch, als ob alles nur mit der Person Hovestädt funktionieren soll. So jung ist der auch nicht mehr! Und wer soll nach ihm Betreiber und Kostenträger sein? Die Verantwortung der Politiker (und der Fachbereichsleiterin für Kultur!) reicht weiter als nur -z. B. -für 5 Jahre!

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Kommentar von Christian Jäger am 04.01.2018 [3,2/85]

an Marion Stude und Rosa Stilzchen: Wo liegt eigentlich Ihr Problem? Es ist doch nicht zu viel verlangt, wenn ein überaus erfolgreicher Travemünder Verein ein brachliegendes Parkplatzgrundstück im Besitz der Stadt pachten will, um dort auf eigene Kosten eine Attraktion für den kulturarmen Ort anzubieten. Ihre diffusen Zunkunfsängste sind unbegründet und Ihre persönlichen Diffamierungen völlig unangebracht.

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Kommentar von Hardin Tenger am 04.01.2018 [4,1/70]

Herr Hovestädt, kümmern tuts im » innerstädtischen Lübecker Verwaltungsklüngel« nicht einmal ein Mäuschen. Schauns, wenn die HL-Bürgerschaft neuerdings ihrem »sehr guten Bekannten« und Lübecker Tourismus-Chef zusätzlich 600 T. Euro zu dem schon laufenden Zuschuss von 1, 8 Millionen Euro ; ergo: Total 2, 4 Millionen Euro/Jahr, zuschanzen will, dann bleibt wohl trotzdem nicht ein Cent für ein wirklich qualitativ hochwertige Kleinkunstbühnen-Angebot in Travemünde übrig. So isses eben im Miteinander zwischen der Lübecker Verwaltung und deren »cash-cow« Travemünde. Ich frage mich, wo bitte bleiben die Rufe der Selbstdarsteller aus dem Club des T. mders Ortsrats?

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