VERANSTALTUNGEN 4 

Travemünde 18.12.2017

Der letzte Vorhang ist gefallen

Am Sonntagabend fand die Abschiedsvorstellung der Kulturbühne statt

»Jetzt rocken wir hier mal den Laden«, meinte die Sprecherin der Travemünder Band »Meerklang« und dann ging es auch schon los mit dem rockigen »Tequila«! Insgesamt zog sich aber eine andere Stimmung durch den Abend: Es war die letzte Vorstellung der Kulturbühne.

Schwer vorstellbar, dass hier kein Theater mehr stattfinden soll. Am Sonntagabend war die letzte Vorstellung im Hafenbahnhof. Die neuen Hausherren haben der Kulturbühne den Mietvertrag zum Jahresende gekündigt. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Schwer vorstellbar, dass hier kein Theater mehr stattfinden soll. Am Sonntagabend war die letzte Vorstellung im Hafenbahnhof. Die neuen Hausherren haben der Kulturbühne den Mietvertrag zum Jahresende gekündigt. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

So entrollte Mitarbeiterin Marion Lemke-Stark auf der Bühne das Bild eines traurigen Smileys, ein Symbol das im Internet verwendet wird, um die aktuelle Gefühlslage auszudrücken. Lemke-Stark appelliert noch einmal an die abwesenden Verantwortlichen aus Travemünde und Lübeck, doch noch eine Lösung für die Kulturbühne zu finden.

Marion Lemke-Stark zeigte mit einem Bild, was viele fühlten. Foto: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Marion Lemke-Stark zeigte mit einem Bild, was viele fühlten. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Zum Schluss sangen die Musiker noch »Schön war die Zeit.«

»Schön war die Zeit«, sangen die Musiker. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
»Schön war die Zeit«, sangen die Musiker. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

Dann betrat Kulturbühnen-Chef Wolfgang Hovestädt das Podium, setzte sich ans Klavier und spielte die Melodie zu »Die Gedanken sind frei«.

»Die Gedanken sind frei«, spielte Wolfgang Hovestädt. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
»Die Gedanken sind frei«, spielte Wolfgang Hovestädt. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

Seinen Gedanken ließ er dann auch freien Lauf, wie man das im Kabarett so macht, jeder bekam sein Fett weg: Die Ex-Kultursenatorin Annette Borns (SPD), mit der er sich einmal tagelang um die Standsicherheit von Theaterscheinwerfern gestritten hatte. Der Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD), der als Standort für ein Spiegelzelt den Grünstrand vorgeschlagen hätte und dann, als Wolfgang Hovestädt darauf einstieg, sich nicht mehr gerührt hätte.

Travemünde Aktuell: Der letzte Vorhang ist gefallen

Kurdirektor Uwe Kirchhoff, der als Bühne die »Passat« vorgeschlagen hätte, was für Lacher im Publikum sorgte. Den Travemünder Rechtsanwalt der Hamburger Bahnhofskäufer Ulf von Danckelmann, der gleichzeitig als Vorstand der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft auftritt, was viele offenbar noch gar nicht wussten. Und die vielen Politiker, die ihr Bedauern ausgedrückt hätten.

Travemünde Aktuell: Der letzte Vorhang ist gefallen

So nahm Travemündes Theatermacher Hut vom Kleiderhaken und verließ unter Applaus die Bühne. Der »Kulturbahnhof« ist damit Geschichte. TA

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 18.12.2017, 10:03 Uhr
Aktualisiert: 18.12.2017, 10:16 Uhr
Letzter Zugriff: 22.01.2018, 04:32 Uhr
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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von Marion Stude am 18.12.2017 [2,7/186]

Nach den vielen Berichten in den Medien in den letzten Monaten kann ich nur sagen: Viel Theater Herr Theaterchef Hovestädt! Sie haben wahrlich Mitschuld am Ende der Kulturbühne – kein entgegenkommen dem neuen Vermieter gegenüber – groteske Forderungen an die Politik stellen, ohne auch nur ein Kompromiss einzugehen! Übrigens, welche Hilfe kam eigentlich vom gewählten SPD Bürgermeister Lindenau – den Sie eine Wahlarena geboten hatten?

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Kommentar von Kulturbühne Travemünde am 18.12.2017 [3,7/219]

Liebe Marion Stude, es tut mir leid, aber Sie gehören auch zu den Menschen, die nichts wissen, aber alles erklären können. Mit weihnachtlichem Gruß Wolfgang Hovestädt Kulturbühne Travemünde

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Kommentar von Rosa Stilzchen am 18.12.2017 [2,4/142]

»Davon geht die Welt nicht unter…«! (Zahra Leander) . Wie plakatierte doch die LTM? »Travemünde erfindet sich neu. « Dieser »Kulturwandel« wird wohl nicht der letzte sein. Für den politischen und wirtschaftlichen Fortschrittswillen war die Kulturbühne uninteressant! Darauf einen »Gammeldansk«!

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Kommentar von Alf Götting am 18.12.2017 [3,8/190]

Hallo Frau Stude, Sie gehören wohl zu denen, die alles besser wissen. Wie gut sind Sie eigentlich über die Vorgänge informiert? Bei mir kommt der Gedanke auf, dass es sich um eine persönliche Fehde mit Herrn Hovestädt handelt oder dass Sie mit einem Travemünder Anwalt liiert oder verwandt / verschwägert sind. Da es die »Kulturbühne« jetzt nicht mehr gibt, müssen Sie sich wohl auf das Shanty-Festival konzentrieren. Mir jedenfalls werden Ihre Kommentare zur Kulturbühne / Herrn Hovestädt nicht fehlen! Ich hoffe nur, dass Sie nicht ein neues Feld finden, auf dem Sie Ihre Kommentare (m. E. Herabwürdigungen) ausleben können. A. Götting

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