POLITIK 5 

Travemünde 04.12.2017

Vorderreihe: SPD gegen ganzjährige Fußgängerzone

Die SPD Travemünde lehnt den Vorschlag der Verwaltung im Mobilitätskonzept für Travemünde ab, die Vorderreihe ganzjährig zu einer Fußgängerzone zu machen und damit komplett für den Autoverkehr zu sperren. Die Konflikte vornehmlich zwischen Radfahrern und Fußgängern in der Vorderreihe, die mit der Umwandlung der Straße in eine Fußgängerzone gelöst werden sollen, bestehen im Winterhalbjahr nicht, stellte der SPD-Ortsverband auf seiner letzten Mitgliederversammlung im Restaurant »Das kleine Winkler« fest.

Die SPD Travemünde lehnt den Vorschlag der Verwaltung im Mobilitätskonzept für Travemünde ab, die Vorderreihe ganzjährig zu einer Fußgängerzone zu machen und damit komplett für den Autoverkehr zu sperren. Foto: <b>ARCHIV TA</b>
Die SPD Travemünde lehnt den Vorschlag der Verwaltung im Mobilitätskonzept für Travemünde ab, die Vorderreihe ganzjährig zu einer Fußgängerzone zu machen und damit komplett für den Autoverkehr zu sperren. Foto: ARCHIV TA

Dagegen sei es sowohl für die Travemünder Bürger als auch die Geschäftswelt an der Vorderreihe wichtig, dass die Ladengeschäfte in der kalten und umsatzschwachen Zeit auch mit dem Auto gut erreichbar sind. Über die Kurgartenstraße ist die Erreichbarkeit deutlich schlechter, zumal dort vor allem wegen zahlreicher Grundstücksausfahrten teilweise nur wenige Parkplätze zu Verfügung stehen.

Wenn, wie von der Verwaltung angeführt, die Einrichtung einer saisonalen Fußgängerzone rechtlich nicht zulässig ist, schlägt der SPD-Ortsverein die Umwandlung der Vorderreihe in einen verkehrsberuhigten Bereich vor. Das bedeutet, dass Fußgänger die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen, den Fahrverkehr aber nicht unnötig behindern dürfen. Autos und Fahrräder müssen Schrittgeschwindigkeit fahren und dürfen ihrerseits die Fußgänger weder gefährden noch behindern. Umfassende gegenseitige Rücksichtnahme ist also vorgeschrieben.

Autos dürfen dann die Vorderreihe grundsätzlich benutzen. In der Sommersaison könnte sie jedoch, wie in der Gemeinde Scharbeutz, mit absenkbaren Pollern für den Autoverkehr gesperrt werden.

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste können in dieser Zeit die Poller bei Bedarf mittels Fernbedienung und/oder Kennzeichenerkennung absenken. Für den Lieferverkehr, der nicht über die Kurgartenstraße abgewickelt werden kann, sind ähnliche Lösungen möglich.

Neben einer Beschilderung als verkehrsberuhigter Bereich (Verkehrszeichen 325) führt eine Umgestaltung der asphaltierten Fahrbahn, die ihr den unmittelbaren Charakter einer Straße nimmt, dazu dass Radfahrer und Fußgänger mehr Rücksicht aufeinander nehmen als bisher in der Vorderreihe.

Das Verhältnis zwischen Radfahrern und Fußgängern ließe sich besonders in der Engstelle der Vorderreihe zwischen Einmündung Rose und Fährvorplatz zusätzlich entspannen, wenn die Fahrräder auf die Fahrbahn am Kreuzfahrerterminal sowie den Weg zwischen Trave-Kai und Fährvorplatz geleitet werden. Dazu müsste allerdings das holperige Kopfsteinpflaster dieses Weges eine fahrradfreundliche glatte Oberfläche erhalten. PM

Quelle: Text: Pressemitteilung SPD Travemünde, Foto: Archiv TA

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 04.12.2017, 10:53 Uhr
Aktualisiert: 04.12.2017, 10:55 Uhr
Letzter Zugriff: 17.12.2017, 18:37 Uhr
Aufrufe insgesamt: 1.245; heute: 11; gestern: 8

 

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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von Ingo Soll am 04.12.2017 [3,5/89]

Schön und gut. Frage: warum darf z. B. die Seestraße in Scharbeutz im Sommer gesperrt werden, aber in der Wintersaison wird sie wieder für Fahrzeuge freigegeben. Hat Lübeck eine besondere Straßenverkehrsordnung ?

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Kommentar von Peter Schütt am 04.12.2017 [3,9/118]

Moin. . . . ich meine das ist ein sehr guter Vorschlag der Travemünder SPD. Heute ist ein schöner Tag. . . .

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Kommentar von Christian Jäger am 04.12.2017 [1,7/99]

Endlich hat die Lübsche Verwaltung mal eine gute Idee und dann kommen die »Verkehrsexperten« der SPD um die Ecke. Armes Travemünde!

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Kommentar von Carsten am 04.12.2017 [4,5/119]

#Peter Schütt, richtig aber SPD? hier unter Kommentaren am 28. 09. 2017 auf Artikel 27. 09. 2017 . . . FDP: Mehr Rücksichtnahme in der Vorderreihe. . . bereits durch Carsten: . . . Die Lösung ist einfach und kostet wenige Hundert Euro, es ist das Verkehrszeichen 325. 1 §42 Anlage 3 STVO Beginn des Verkehrsberuhigten Bereichs. Hier gilt: 1. Fußgänger und Kinderspiele überall erlaubt. 2. Schrittgeschwindigkeit für Fahrzeugverkehr (Auch Radfahrer! ). 3. Die Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern und umgekehrt. (Ergibt sichaus gegenseitiger Rücksichtsnahme). Parken nur an gekenzeichneten Flächen. . .

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Kommentar von Dr.P.Voeltz am 04.12.2017 [2,2/126]

»Fakt ist«: die Vorderreihe ist keine »Unfallhäufungsstelle«! Der Fußgänger-Radfahrer-Konflikt (um den es hintergründig nur geht! ) führt in der Saison unstrittig nicht selten zu kurzen und unhöflichen Wortwechseln aber nicht zu Tätlichkeiten. Trotzdem ist das unerfreulich aber andererseits keine Erscheinung, die das Eingreifen »von oben« zwingend erforderlich macht. So betrachtet wird der gesamte Gegenstand doch nur unnötig aufgebauscht- in wessen Interesse auch immer. Man sollte besser den unnötigen Hyperaktivismus des sog. Mobilitätskonzeptes schleunigst begraben und den status quo belassen. Sonst ist die »Verschlimmbesserung« sicher! pv+

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