POLITIK 

Travemünde 07.02.2009

Hotelschiff Travemünde:

Travemünder Politik ist sich einig – alle wollen das Schiff

Am gestrigen Freitag (06.02.2009) trafen sich Wolfgang Moebius (Moebius GmbH) und Peter Werner (Sealloyd) sowie Karl Erhard Vögele (FDP) in der Alten Vogtei, um über das Projekt eines Hotelschiffes für Travemünde zu sprechen. Weil ein Investor da sei und die »Maxim Gorkiy« (Ehemals »TS Hamburg«) als mögliches Hotelschiff zur Zeit günstig zu haben ist (das Schiff ist bereits auf dem Weg zum Abwracken, aber in sehr gutem Zustand), wurde kurzfristig ein Termin für den heutigen Samstag (07.02.2009) einberaumt. Es ging darum, zunächst die Travemünder Politik zu informieren.

Den Travemünder Politikern wurde das Hotelschiff-Projekt heute vorgesellt. Foto: <b>TA</b>
Den Travemünder Politikern wurde das Hotelschiff-Projekt heute vorgesellt. Foto: TA

Aufgrund des nun entstandenen Zeitdrucks ist es nicht mehr möglich, das Projekt noch klein zu halten, um in Ruhe offene Fragen zu klären. Die Travemünder Politik zeigte sich flexibel und war nahezu komplett in der Vogtei erschienen.

Karl Erhard Vögele (FDP) studiert die Projekt-Unterlagen. Foto: <b>TA</b>
Karl Erhard Vögele (FDP) studiert die Projekt-Unterlagen. Foto: TA

Persönlich anwesend waren Klaus Petersen (CDU), Thomas Schapke (SPD), Carl Howe (GRÜNE) und Karl Erhard Vögele (FDP). Sie wurden von der Projektgemeinschaft, Peter Werner und Wolfgang Moebius, informiert. Dabei konnte Wolfgang Moebius gut über den Kreuzfahrer berichten, auf dem er früher selbst als Schiffsingenieur gearbeitet hatte.

Diplom-Ingenieur Peter Werner lebt seit 2004 auf dem Priwall und arbeitet im Bereich Maritime Projektentwicklung. Die Hauptidee sei, erklärte Werner, ein schwimmendes Hotel. So etwas würde bereits in den USA und in Dubai gemacht. Speziell an der »Maxim Gorkiy« zeigte sich auch die Hansestadt Hamburg interessiert, wie auch in den Hamburger Medien nachzulesen ist. Es gibt dort aber Probleme, einen dauerhaft festen Liegeplatz zur Verfügung zu stellen. Der Investor für das Travemünder Hotelprojekt braucht denn auch ein klares Signal von der Politik, dass Travemünde das Schiff möchte.

Mögliche positive Effekte eines Hotelschiffes für Travemünde:

  • Schaffung neuer Bettenkapazitäten: Ohne Bebauungsprobleme, die Betten stehen kurzfristig (bereits 2009) zur Verfügung
  • Neue Sehenswürdigkeit und Attraktion: (technisches, historisches und kulturelles Denkmal, Schiff mit hohem Bekanntheitsgrad)
  • Theater und Kino: Ein Theater und ein Kino für Travemünde an Bord.
  • Maritimes Museum: Möglichkeit der Besichtigung von Schiffsbrücke und Maschinenraum, ...
  • Touristische Aufwertung: Signifikante touristische Aufwertung Travemündes
  • Integration in Ortsarchitektur: Das klassische Schiff wäre ein optischer Gewinn für Travemünde
  • Reiseanlass: Auch in der Nebensaison wäre Wohnen auf dem Kreuzfahrtschiff, Besichtigung des Schiffes, Nutzung der Einrichtungen ein Reiseanlass
  • Arbeitsplätze: Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen durch das Proejkt
  • Nachhaltigkeit: Nutzung eines existierenden Schiffskörpers, Ausbau/Renovierung in Phasen möglich, architektonisch zu Travemünde passend
  • Nutzung: Flexible Nutzungsmöglichkeiten des Schiffes
  • Wirtschaft: Zusätzlicher Umsatz für die Geschäfte, Restaurants, ...

Zum Vergleich: Die »Maxim Gorkiy« wäre mit 200 Metern größer als die in Travemünde sehr bekannte und beliebte »Deutschland«. Andere Schiffe liegen in einer ähnlichen Größenordnung. Die historische Gorkiy/Hamburg sieht gut aus, hat drei Restaurants an Bord, einen hohen Bekanntheitsgrad und eine richtige Fangemeinde in Hamburg. Das Schwimmbad wäre ausbaufähig zu einem öffentlichen Bad. Weiter könnten Schiffsbesichtigungen für Touristen durchgeführt werden. Aufgrund der hohen Sicherheits-Standards kann man ja ein Kreuzfahrtschiff in Betrieb nicht so ohne weiteres besichtigen.

Carl Howe (GRÜNE) mit Peter Werner und Wolfgang Moebius von der Projektgemeinschaft (v.l.n.r.). Foto: <b>TA</b>
Carl Howe (GRÜNE) mit Peter Werner und Wolfgang Moebius von der Projektgemeinschaft (v.l.n.r.). Foto: TA

Wenn das Schiff nicht mehr fährt, werden die Mannschaftsquartiere nicht mehr gebraucht, was zusätzlich Platz schafft. So könnte Travemünde kurzfristig rund 1000 zusätzliche Betten bekommen, ohne das aufwändige Verfahren eines Bebauungsplans und ähnlicher Hürden. Und mit der Möglichkeit, das Schiff zur Not noch einmal verlegen zu können, wenn sich in den nächsten 30 bis 40 Jahren die Planungen für Travemünde ändern.

»Wenn ein Kreuzfahrer in Travemünde liegt, belebt das die ganze Vorderreihe und die Geschäfte«, erklärte Wolfgang Moebius von der Projektgemeinschaft. Peter Werner bekräftigte noch einmal, dass ein Investor den Wunsch geäußert habe, das Hotel zu betreiben.

Travemündes Politiker sind sich einig sprachen sich heute für das Projekt Hotelschiff aus: Klaus Petersen (CDU), Thomas Schapke (SPD), Carl Howe (GRÜNE), Peter Werner (Sealloyd), Karl Erhard Vögele (FDP), Wolfgang Moebius (Moebius GmbH). Foto: <b>TA</b>
Travemündes Politiker sind sich einig sprachen sich heute für das Projekt Hotelschiff aus: Klaus Petersen (CDU), Thomas Schapke (SPD), Carl Howe (GRÜNE), Peter Werner (Sealloyd), Karl Erhard Vögele (FDP), Wolfgang Moebius (Moebius GmbH). Foto: TA

Es haben sowohl ein ausländischer Investor als auch inländische Investoren ihr Interesse bekundet, dieses Schiff als Hotel- und Eventcenter in Travemünde zu betreiben. Für einen Kauf in letzter Minute, der dem Schiff die Verschrottung erspart und es sowohl als wirtschaftlich rentables als auch kulturgeschichtlich bedeutendes Objekt weiterleben lässt, ist nun eine Zusage der Hansestadt Lübeck für einen permanenten Liegeplatz in Travemünde erforderlich. Die notwendige Infrastruktur beinhaltet einen Schiffsliegeplatz mit Strom-, Wasser- und TK-Anschluss, eventuell auch Gasanschluss und Entwässerung.

Die Travemünder Politik war sich einig, dass das Projekt für Travemünde positiv gesehen wird. Klaus Petersen (CDU), versprach, nun Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel zu informieren. Dann soll kurzfristig ein Gesprächstermin in Lübeck anberaumt werden.

Die »Maxim Grokiy« (ehemals »TS Hamburg«), hier ein Modell, wäre ein geeignetes Kreuzfahrt-Schiff, das allerdings nur noch begrenzte Zeit zur Verfügung steht: Es soll abgewrack werden. Foto: <b>TA</b>
Die »Maxim Grokiy« (ehemals »TS Hamburg«), hier ein Modell, wäre ein geeignetes Kreuzfahrt-Schiff, das allerdings nur noch begrenzte Zeit zur Verfügung steht: Es soll abgewrack werden. Foto: TA

Ziel muss sein, eine Zusage für einen Liegplatz zu bekommen, damit der Investor verhandeln kann. Das angedachte Schiff »Maxim Gorkiy« soll durch den Suezkanal durch sein und bei Suez ankern. Es würde angeblich Ende Februar in Indien erwartet und auf den Strand gesetzt. Und dann kommt der Schweißbrenner... TA

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 07.02.2009, 18:00 Uhr
Aktualisiert: 17.02.2009, 10:43 Uhr
Letzter Zugriff: 17.04.2018, 14:52 Uhr
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