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Travemünde 13.04.2018

Wir machen Schifffahrt möglich

5 Jahre Verkehrszentrale in Travemünde im neuen Gebäude

Travemünde wirbt mit einer Attraktion, die andere Bäder an der Ostsee der Lübecker Bucht so nicht haben. Wenn die großen Pötte majestätisch auf der Trave vorbeigleiten und die Gäste einen leckeren Cappuccino in einem der Cafés in der Vorderreihe vor sich stehen haben, dann ist das für die Menschen ein schönes und aufregendes Erlebnis. Auch manch einer der Einheimischen bleibt gerne mal stehen. »Schiffe gucken« ist das Zauberwort und Alleinstellungsmerkmal. Die vielen kleinen Sportboote, die großen Traditionssegler oder auch die Kreuzfahrtschiffe bieten eine ungeahnte Vielfalt, Maritimes zu erleben.

Eine Aufnahme von Frank Hagen, Verkehrszentrale, aus dem Jahre 1988 zeigt die damalige Einrichtung an der Stelle des späteren »Lotsenturmes«. Dort war bis 2013 die Verkehrszentrale untergebracht. <b>Foto: Frank Hagen</b>
Eine Aufnahme von Frank Hagen, Verkehrszentrale, aus dem Jahre 1988 zeigt die damalige Einrichtung an der Stelle des späteren »Lotsenturmes«. Dort war bis 2013 die Verkehrszentrale untergebracht. Foto: Frank Hagen
Die Verkehrszentrale im Bau. <b>Foto Karl Erhard Vögele</b>
Die Verkehrszentrale im Bau. Foto Karl Erhard Vögele

Aber wer weiß, dass hinter diesem täglich wechselnden Schauspiel eine Behörde steht, die im Hintergrund dafür sorgt, dass dieser Schiffsverkehr auch reibungslos und ohne Unfall von statten geht: die Verkehrszentrale »Trave Traffic« des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübeck. Ziemlich genau heute vor 5 Jahren zogen die Nautiker, wie sich die Koordinatoren des gesamten Schiffsverkehrs zwischen der Flensburger Förde bis hin zum Leuchtturm Buk in Mecklenburg-Vorpommern, nennen, in ihr neues Gebäude ein. Das war nicht nur eben mal ein Umzug aus der Enge des »Lotsenturmes«, wie er fälschlicher Weise genannt wird (die Lotsen befinden sich neben an) in ein neues Gebäude gleich daneben. Jahre der Planung insbesondere auch die organisatorische und technische Weiterentwicklung der Navigationsverfahren, des AIS (Automatic Identification System) des Funkwesens usw. mit all den Anpassungen an die Entwicklung der Geräte waren zu berücksichtigen.

Die Verkehrszentrale kurz nach Fertigstellung. <b>Foto Karl Erhard Vögele</b>
Die Verkehrszentrale kurz nach Fertigstellung. Foto Karl Erhard Vögele
Frank Hagen am Operatortisch. In der Vorbeifahrt die Nils Holgersson und das rote Lotsenboot. <b>Foto Karl Erhard Vögele</b>
Frank Hagen am Operatortisch. In der Vorbeifahrt die Nils Holgersson und das rote Lotsenboot. Foto Karl Erhard Vögele

Und nicht nur dies: der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels, mag er für den Normalbürger auch noch in weiter Ferne liegen, warf schon damals seine Schatten voraus. Es galt sich auf eine Kooperation und auf ein gemeinsames Management der maritimen Verkehrssicherung im Fehmarnbelt während der Bauzeit mit dänischen Nautikern vorzubereiten. Vorgesehen ist eine paritätische Besetzung mit je zwei Nautikern je Wachschicht. Die dänischen Operatoren werden gemeinsam mit deutschen Kollegen im Vessel Traffic Service Fehmarnbelt sitzen, das hier in Travemünde in den Räumlichkeiten der Verkehrszentrale, dem Vessel Traffic Service Travemünde eingerichtet wird.

2016 werden neue Radarantennen montiert. Auch künftig wird es eine ständige Anpassung an neue Entwicklungen geben. Die nächste Generation soll wesentlich weniger hochfrequente Leistung verbrauchen und dennoch mehr und genauere Informationen abgeben. <b>Foto Karl Erhard Vögele</b>
2016 werden neue Radarantennen montiert. Auch künftig wird es eine ständige Anpassung an neue Entwicklungen geben. Die nächste Generation soll wesentlich weniger hochfrequente Leistung verbrauchen und dennoch mehr und genauere Informationen abgeben. Foto Karl Erhard Vögele

Vorausschauend startet jetzt die Entwicklung eines Ausbildungskonzeptes um die teils unterschiedlichen Verfahren der Dänen und Deutschen auf einen Nenner zu bringen. Die Aufgaben sind umfassend: Zwei Verkehrssicherungsfahrzeuge sind vorgesehen, die Baustellenfahrzeuge müssen durch ein »coordination center« koordiniert werden, es sind die wechselnden Baubereiche zu markieren und es sind Schleppkapazitäten vorzuhalten. Vieles andere mehr ist notwendig, damit der Bau des Tunnels und die Schifffahrt gleichzeitig nebeneinander bestehen können.

2016 Taufe des Kreuzfahrers »Mein Schiff 5«. Eine navigatorische Meiserleistung des Kapitäns und auch bei der nautischen Vorbereitung dieses einmaligen Spektakels. <b>Foto Karl Erhard Vögele</b>
2016 Taufe des Kreuzfahrers »Mein Schiff 5«. Eine navigatorische Meiserleistung des Kapitäns und auch bei der nautischen Vorbereitung dieses einmaligen Spektakels. Foto Karl Erhard Vögele

Henning Dierken, Amtsleiter des Wasserstraßen und Schifffahrtsamtes Lübeck spricht denn von einer Erfolgsgeschichte dessen, was in den letzten 5 Jahren bewältigt werden musste und auch geleistet wurde. Der Leiter der Verkehrszentrale, Gerhard Müller-Hagen weiß um den Zuwachs des Sicherheitsgewinnes von »Trave Traffic« in dieser Zeit. Der Schiffsverkehr hat zwar insgesamt nicht zugenommen, doch die Schiffe werden größer und schon darin liegt ein höheres Maß an Verantwortung und Know-how, diesen neuen Herausforderungen zu entsprechen.

Traverace während der Travemünder Woche. Hier geht es um minutengenaue Koordination der Regattarennen auf der Trave mit dem Schiffsverkehr. <b>Foto Karl Erhard Vögele</b>
Traverace während der Travemünder Woche. Hier geht es um minutengenaue Koordination der Regattarennen auf der Trave mit dem Schiffsverkehr. Foto Karl Erhard Vögele

Wenn während der Travemünder Woche die täglichen Trave Races stattfinden und scheinbar wie selbstverständlich in den Lücken zwischen dem Passieren der großen Fähren Regattasport vom Feinsten präsentiert werden kann, oder wenn aufgrund der Taufe eines der großen Kreuzfahrtschiffe (»Mein Schiff 5«) eine große Schau an einer eher etwas schmalen Stelle der Trave stattfinden kann, dann war die Verkehrszentrale Travemünde daran maßgeblich beteiligt.

Ausschnitt aus dem »täglichen nautischen Geschäft«. Eine einfahrende große Ostseefähre passiert mit Vorsicht und reduzierter Geschwindigkeit die am Ostpreußenkai festgemachte MS Boudicca. <b>Foto Karl Erhard Vögele</b>
Ausschnitt aus dem »täglichen nautischen Geschäft«. Eine einfahrende große Ostseefähre passiert mit Vorsicht und reduzierter Geschwindigkeit die am Ostpreußenkai festgemachte MS Boudicca. Foto Karl Erhard Vögele

Henning Dierken und Gerhard Müller-Hagen auf die scherzhafte Frage an die Kollegen, die am heutigen 5. Geburtstag Wache hatten, ob man denn für die nächsten 5 Jahre »immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel« wünschen solle, meinten die Nautiker »...ja schon, aber viel wichtiger ist immer eine Handbreit Abstand zwischen allen Schiffen«. KEV

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 13.04.2018, 13:38 Uhr
Aktualisiert: 14.04.2018, 08:03 Uhr
Letzter Zugriff: 19.04.2018, 22:40 Uhr
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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von Jürgen K am 13.04.2018 [4,0/60]

Ein wirklich erhabener ind schöner Anblick! Aber die anderen Bäder haben dafür herrlich saubere Luft und ein sehr geringes Krebsrisiko. So hat alles zwei Seiten.

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Kommentar von Jürgen K am 13.04.2018 [3,9/54]

Ein wirklich erhabener und schöner Anblick! Aber die anderen Bäder haben dafür herrlich saubere Luft und ein sehr geringes Krebsrisiko. So hat alles zwei Seiten.

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