POLITIK 9 

Travemünde 09.01.2018

FDP: Bürgerbeteiligung ernst nehmen

In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses vom 08. Januar 2018 wurde der Sachstand zur Umgestaltung der Travepromenade vorgestellt. Inzwischen liegt das Ergebnis des Gestaltungsbeirates vor, der den Architekturvorschlag zur Gastronomie auf der Tornadowiese ablehnt.

Die Travepromenade. Foto: <b>ARCHIV TA</b>
Die Travepromenade. Foto: ARCHIV TA

Dazu sagt Manfred Kirch, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion: »Es mutet schon ein wenig seltsam an, dass gerade die etwas erhöhte Anlage einer Außenterrasse vom Gestaltungsbeirat abgelehnt wird. Dieser möchte u. a. den dortigen »provisorischen Charakter der Unaufgeräumtheit« erhalten, was aber nicht unbedingt den Ergebnissen der durchgeführten und gut besuchten Bürgerbeteiligung entspricht«, so Kirch. »Die Bürger haben deutlich gemacht, dass sie sich an dieser Stelle einen Anlaufpunkt mit Außengastronomie auch für die Abendstunden wünschen«, so Kirch weiter.

Doch noch ist nicht alles verloren: »Da der Gestaltungsbeirat lediglich ein BEIrat ist und seine Beschlüsse nicht bindend sind, wird sich die FDP-Fraktion weiterhin in allen Gremien dafür einsetzen, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung bestmöglich umzusetzen. Das gilt natürlich ebenso für das Mobilitätskonzept für Travemünde, das zurzeit ebenfalls unter der Beteiligung der Bürger erarbeitet wird. Travemünde fehlt es an einer gut durchdachten touristischen Infrastruktur, um neben der Konkurrenz der umliegenden Seebäder bestehen zu können. Die Bürger haben das längst erkannt. Man sollte Bürgerbeteiligung ernst meinen und ernst nehmen«, so Kirch abschließend. PM

Quelle: Text: Pressemitteilung FDP Lübeck, Foto: Archiv TA

Leserbrief

»Soso, die FDP ist für eine weitere Bebauung der Wasserkante um zu den bereits bestehenden 10 Gastronomiebetrieben die auch am Abend am Traveufer besucht werden können eine weitere hinzu zu fügen. Wenn das die einzige Begründung dafür ist ein weiteres Stück Freifläche an der Trave zu vernichten, halte ich das Argument für armselig und dem Travemünder Stadtbild in keiner Weise zuträglich. Sind die zitierten Bürger die eine Bebauung und mehr Gastronomie wünschen wirklich Travemünder? Oder sind es Zweitwohnungsbesitzer die mehr Abwechslung wollen? Oder sind es wieder (»immer die gleichen Akteure«) Politiker und Verwaltung die sich nach dem Vorbild Hollesen mit dem Argument einschleimen lassen durch ihr Wirken Geld in den Stadtsäckel fließen zu lassen? Travemünde darf nicht weiter zugemauert werden! Man schaue sich nur die AJA oder Waterfront Gebäude an. Das ist bereits viel zu viel an Bausünden und Flächenverbrauch.

Durch ein weiteres, breites Gebäude am Ufer wird aus dem Hintergrund noch mehr Sicht auf die Trave versperrt (Sichtachse).

Und: Ist die Tornadowiese weg, wird es keine Segel am Ufer mehr geben die darauf hindeuten, dass die Travemünder Woche stattfindet. Dann haben die Besucher recht, die zu viel Kommerz und zu wenig Segelsportfeeling bemängeln.«

Heino Haase, 09.01.2018

Externer Link zum Thema: »Neue Promenade: Bürgerwunsch wird nicht umgesetzt« (Artikel auf HL-live. de vom 08.01.2018 19: 30 Uhr)

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 09.01.2018, 15:43 Uhr
Aktualisiert: 10.01.2018, 15:43 Uhr
Letzter Zugriff: 23.01.2018, 10:19 Uhr
Aufrufe insgesamt: 1.067; heute: 3; gestern: 3

 

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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von W. Stockfäller am 09.01.2018 [4,5/72]

Es gab kaum eine aufwändigere Bürgerbeteiligung als zur Travepromenade. Doch kamen einflußreichere Bürger zum Zuge? Es entsteht der Eindruck, dass die Organisatoren der Travemünder Woche vorrangig Eigeninteressen für die grünen Flächen der Travepromenade durchsetzten. Und der Veranstalter des Landprogrammes wird eventuell von der Feinjustierung seines Unternehmergewinnes geträumt haben? Da stört doch nur eine neue und zusätzliche Bebauung nach Bürgerwunsch. Ist das vorauseilender Gehorsam im Sprech der Städteplaner und evtl. »kordiniert?« mit der TraWo genannt »provisorischer Charakter der Unaufgeräumtheit«? Und da tritt ein neuer politisch unabhäniger Vordenker mit edlen Worten auf und »will die Beteiligung der Bürger in das Zentrum der Entscheidung in der Bürgerschaft« führen. Wer so edel spricht, dem laufen die Wähler wie einem »Bürgerfänger« aus »Hameln« hinterher. Doch nur andere Kaliber bringen was: siehe Bürgerbegehren Flughafen, Grünstrand und Linden. Bürger wacht auf!

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Kommentar von Rosa Stilzchen am 09.01.2018 [3,5/69]

Wo hat der Gestaltungsbeirat denn den »provisorischen Charakter der Unaufgeräumtheit« in Neubau des Fischereihafens geplant?

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Kommentar von Jan Ingwersen am 10.01.2018 [3,1/49]

Wie immer wird die Travemünder Woche als Totschlagargument benutzt. Wenn man sich aber die vorgestellten Pläne an sieht und und mit dem Aufbau der Bierzelte vergleicht, sieht man 1 Bierzelt weniger hat Platz, mit den Segelbooten hat das überhaupt nichts zu tun. Und JA es sind die Travemünder die die Nase voll haben vom Bergmannfest bei dem die Segler eigentlich stören. Auf den Platz des Segelqubes könnte so eine schöne Verkaufsbude, aber da wollen doch einige Regattaberichte sehen, so ein Ärger. Diese primitive Ansammlung vom Verkaufsbuden stören, nicht die Segler und Segelfreunde. Wenn das Ganze wenigstens einen maritimen Charakter hätte. Gosch jedenfalls passt besser ins Bild.

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Kommentar von knickfan am 10.01.2018 [3,8/57]

Hallo Herren Kirch und Stockfäller, wo war da eine Bürgerbeteiligung? Es gab m. W. einen Workshop, der professionell aufgezogen wurde. Aber eine klassische Bürgerbeteiligung war es nicht und dieser Workshop war auch nicht repräsentativ. Beteiligte waren Leute aus der Politik und sozial relevaten Gliederungen, aber es waren nicht die Bürger. Es scheint Herr Kirch, als wollten Sie unbedingt Gosch an die Trave bringen. Jedenfalls schien dieser Gastronomiebetrieb nach dem Bericht in einer Tageszeitung wohl der Dreh- und Angelpunkt zu sein. Dabei haben wohl auch Sie vergessen, dass an der Travepromenade schon eine Gastronomie, die Marina, steht, die ganzjährig geöffnet hat und gut angenommen wird. Die grünen Flächen sollen den Seglern erhalten bleiben. Wohlgemerkt den Seglern und nicht dem Landprogramm der Travemünder Woche, das ich in der derzeitigen Form für zu kommerzielllastig sehe und meine, dass die TraWo anders finanziert werden muss und nicht durch dieses Landprogramm.

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Kommentar von A. Nogenfritz am 10.01.2018 [3,8/40]

Hallo Herr Haase, Ihre Argumente sind bekannt und viele Bürger folgen Ihren Argumenten. Die BiP hat sich gegen Warterfront gewehrt und viele andere gegen die Bebauung der Tornadowiese – aus verschiedenen Gründen. Erfolg? NULL! Und es ist auch fraglich, ob Gosch oder auch andere nun wirklich den Tourismus in Travemünde nach oben schießen. Aber Sie sind ja nun neuerdings bei den »Unabhängigen«, welche wie Ihr Vorsitzender an anderem Orte sinngemäß schreibt »den Bürgerwillen in die Entscheidungen der Bürgerschaft einzubringen«. Glauben Sie nun wirklich nach alle dem, was bisher geschehen ist mit Waterfront usw. dass diese blauäugige Edelargumentation, auf welche die Bürger euphorisch springen, nun wirklich zum Erfolg führt? Ich kann vor solchen Träumen nur wirklich warnen. Ein Kommentator hat auf die stärkeren »Waffen« hingewiesen: das sind Bürgerbegehren wie beim Flughafen, den Linden oder dem Grünstrand. Das Dampfgeplauder der Unabhängigen bleibt heißer Wind.

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Kommentar von Rolf Fechner am 11.01.2018 [3,8/31]

Vorweg: es ist mir egal, ob Gosch an der Travepromenade baut oder nicht – ich kann mit beiden Varianten leben. Nicht egal ist mir aber, dass Lübeck seit Jahren irgendwelche Workshops und Bürgerbeteiligungen veranstaltet, die erstens offensichtlich nur eine Alibifunktion haben und zweitens, wenn ich die Kosten für die in der Regel ahnungslosen auswärtigen Projektteams hinzurechne, die Stadt hundertausende von Euro gekostet haben müssen. Dann lasst es doch mit der Bürgerbeteiligung, wenn Ihr sowieso macht, was Ihr wollt.

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Kommentar von Jan Ingwersen am 11.01.2018 [2,5/36]

Für Rosa Stilzchen, wenn man an der Sitzung des Gestaltungsbeirats nicht teilgenohmen hat, hat man dieses wörtliche Zitat vom provisorischen Charme und dem damit verbundenen maritimen Charakter der Wiese nicht gehört. War man aber da braucht man vielleicht ein Hörgerät. Dieser provisorische Charme gilt für alle Neubauten. Passt aber überhaupt nicht für Travemünde!!!

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Kommentar von Klaus Palte am 12.01.2018 [2,8/27]

Herr Fechner, Sie haben recht: mit den Workshops wird unnütz Geld verbraten. Diese Veranstaltungen dienen der Ideensammlung dieser Unternehmen. Der Bürgerwille wird damit relativiert und letztlich ausgegrenzt. Das Ergebnis dieser WShops dominiert die Fachauschüsse und und Pokitik und damit ist die Sache gelaufen. Im Umkehrschluss heißt dies, wenn eine Vorentscheidung so nicht gäbe, würde ja der Bürgerwille zum Tragen kommenkönnen. Das wollen doch Sie und wir und dann gäbe es eben ein klares Votum für oder gegen Gosch. Das kann Ihnen dann nach ihrer Argumentation nicht egal sein. Also ich finde Ihr Statement ob Gosch kommt oder nicht, sei IHnen egal, einen Widerspruch zu Ihren Äußerungen zu den Workshops. Wenn Sie in der Lage sind, mit ihren zutreffenden Kriterien diese Workshops an die Wand zu ballernm dann können Sie uns doch nicht weiß machen, dass Sie den Dauerbrenner Gosch nicht danach einschätzen können, ob der Standort Travepromenade Sinn macht oder nicht.

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Kommentar von Rolf Fechner am 13.01.2018 [3,9/7]

@Herr Palte: Mir geht es nicht in erster Linie um den Fall Gosch. Er ist nur symptomatisch für das Handeln von Politik und Verwaltung: dieses so tun, als ob man mehr Demokratie wagen wolle, um dann doch anders zu entscheiden , als der sog. Souverän, also die Mehrheit der Bürger, vorgibt. Konkret zu Gosch: hier krankt es ja schon lange an der Standortfrage. Diese ist nach städtebaulichen Vorgaben grundsätzlich von der Politik zu beantworten. Die Wirtschaftlichkeit an der Travepromenade muß der Unternehmer beurteilen. Derzeit zieht der Name »Gosch« ja noch, ob das so bleibt, maße ich mir nicht an zu beurteilen.

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