POLITIK 4 

Travemünde 08.11.2017

Bauen am Baggersand

Im Ortsrat wurden die aktuellen Projekte vorgestellt

Zur 31. Sitzung des Travemünder Ortsrates stellte der Vorsitzende Gerd Schröder zunächst die Gäste vor darunter Bausenatorin Johanna Glogau. Hauptthema des Abends war die Bebauung des Areals des Parkplatz Baggersand.

Der Ortsrats-Voristzende Gerd Schröder (CDU) führte durch die Sitzung. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Der Ortsrats-Voristzende Gerd Schröder (CDU) führte durch die Sitzung. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

Gerd Schröder ging zunächst auf die Pressemitteilung der Stadt zum Verkehrskonzept (TA berichete) und den darin angekündigten Workshop ein. Den Veranstaltungssaal im Gesellschaftshaus kritisierte er als dafür zu klein.

Travemünde Aktuell: Bauen am Baggersand
Travemünde Aktuell: Bauen am Baggersand

Bürgerschaftsmitglied Thomas Thalau (CDU) wandte sich an die Bausenatorin mit der Bitte, das Verkehrskonzept vor der Veranstaltung zugänglich zu machen. So wie es auf einer vergangenen Sitzung bereits zwecks Vorbereitung erbeten worden war.

Travemünde Aktuell: Bauen am Baggersand
Travemünde Aktuell: Bauen am Baggersand

Glogau antwortete wortreich, aber ohne auf die Frage einzugehen. Auf nochmalige Frage erklärte sie aber, dass das Konzept nicht fertig sei.

Es wird also vorab keine Veröffentlichung geben, anhand derer sich die Workshop-Teilnehmer vorbereiten könnten.

Öffentliche Diskussion zum Fischereihafen

Dann ging es um das Thema Fischereihafen und Baggersand-Bebauung. Die Projekte sollen noch in einer öffentlichen Sitzung des Gestaltungsbeirats in Travemünde diskutiert werden

270 neue Mietwohnungen auf dem Baggersand

Ende des dritten Quartals nächsten Jahres soll der Parkplatz Baggersand an die Bauunternehmen übergeben werden. Bis dahin sollen auch die Ersatzparkplätze fertiggestellt sein. Das eigentliche Bauvorhaben mit rund 270 Wohnungen soll Mitte 2021 fertig sein.

Travemünde Aktuell: Bauen am Baggersand

Im April soll ein Entwurf für den Hochbau inklusive Modell fertig sein und im Ortsrat vorgestellt werden. Die Wohnungen sollen vermietet werden. Geförderte Wohnungen kosten derzeit 5,95 Euro pro Quadratmeter. Der freie Wohnungsbau 8,50 bis 12,00 Euro.

Grosse Sorge herrschte bei einigen Teilnehmern wegen des erwarteten Baustellenverkehrs über Travemündes einzige Zufahrt. Die Bauherren wollen die Belastung möglichst gering halten.

Auf dem Baggersand 17

Anschliessend ging es um das Grundstück »Auf dem Baggersand 17« mit dem Verwaltungsgebäude und den alten Hallen, für welches ein Lübecker Zahnarzt Pläne hat. Das Gelände wurde aus der Insolvenz gekauft.

Aufgrund der Verbindung zur Böbs Werft sollen die Hallen für Boote verwendet werden und wurden entsprechend saniert. Im Sommer, wenn keine Yachten eingelagert werden, dienen die Hallen als Parkhaus.

Das Hochhaus ist mittlerweile entkernt. Die Kernbausubstanz ist in Ordnung. Hier sollen Wohn- und Gewerbeeinheiten entstehen. Es soll wenig oder auch nichts davon in den Verkauf gehen. Die neue Außenfassade fand Applaus im Publikum. Außerdem soll der »Brodtener Riese« (TA berichtete) von Bauer Kröger als Attraktion in den Fischereihafen-Bereich kommen. So hat der tonnenschwere Findling aus der Eiszeit dann auch eine neue Heimat gefunden, was ebenfalls gut ankam. TA

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 08.11.2017, 21:41 Uhr
Aktualisiert: 08.11.2017, 22:12 Uhr
Letzter Zugriff: 20.02.2018, 14:40 Uhr
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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von Travemünder Küstenjung am 08.11.2017 [4,5/101]

Ich bin zwar noch keine 20 Jahre alt, aber mir ist unser Travemünde schon lange sehr wichtig. Ich bin wirklich sehr traurig wie Travemünde aktuell verschandelt wird. Besonders das A-Ja Hotel ist ein Schandfleck, wie die Bauten aus den 70ern. Das diese Fläche bebaut wurde ist okay, aber was ist mit der Bäderarchitektur, die auch in der Bertlingstraße gefordert wird ? Besonders traurig stimmt mich der Baubeginn im Fischereihafen. Wer in einen modernen Fischereihafen möchte, kann einen Ausflug nach Niendorf machen, dort wurde der urige Charme bereits erfolgreich zerstört. Die Hansestadt Lübeck ist die Meinung der Travemünder schon lange absolut egal, aber was momentan hier passiert ist echt nicht normal;und wir sind Kummer gewöhnt. Unterschriften wurden schon vor einigen Jahren gegen die Bebauung gesammelt, aber wie alle Themen in Travemünde interessiert das die Lübecker Freizeitpolitik kein bisschen. Wenn die Bausünden stehen will es wieder keiner gewesen sein. Rettet den Kohlenhof

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Kommentar von Travemünder am 08.11.2017 [4,4/85]

Wieso nicht die Wohnungen auf die Gerodeten Flächen setzen und den bestehenden Parkplatz Baggersand weiter nutzen ? Viel Leiser ist es dort auch nicht im Vergleich zu den Bahnschienen. Der ehemalige Bausenator der Lübecker »Politik« (bewusst Anführungszeichen verwendet) meinte mal, dass der Lärm des Skandikais noch in der Wohnsiedlung auf der linken Seite des Teutendorferweges zu hören sei. Wenige Wochen später lobte er damals die Baggersand-Bebauung auch wegen der ruhigen Lage. Bei passenden Wind hört man den Hafenbetrieb bis zum nördlichen Teil der Teutendorfer Siedlung. (Dessen schöne (Landschaftsschutz) Umgebung demnächst ja auch bebaut wird . . . ) Ich finde es äußerst Schade, dass dieser alte Teil Travemündes auch zerstört wird. Danke Lübeck, Danke für gar nichts. Mit dem neuen Bürgermeister/in findet Saxe einen würdigen Nachfolger im negativen Sinne. Am besten einen leeren Stimmzettel abgeben.

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Kommentar von Freund des Fischereihafens am 08.11.2017 [4,5/86]

Wie wäre es gewesen, ähnlich wie die sehr gut laufende Gollanhalle in Lübeck, die schönen Hallen am Baggersand zu einer Markthallen und Veranstaltungslocation umzubauen. Sowas ist heute total angesagt. Man würde einen neuen Anlaufpunkt schaffen und gleichzeitig würde der so geliebte Charme des Fischereihafens erhalten bleiben. Oberstes Ziel ist es jetzt den unberührten Teil des Priwalls mit dem Kohlenhofkai zu bewahren!

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Kommentar von Jürgen Kraufmann am 09.11.2017 [4,1/101]

17 Jahre Lübeck. . . vor fast 7 Jahren nach Travemünde gezogen wegen der Urigkeit in die direkte Umgebung des Fischereihafens. Wir haben unsere Rechnung aber ohne die Engstirnigkeit und den fehlenden Weitblick Lübecker Politik und Travemünder Immobilieninteressen gemacht, wohnen seit 5 Jahren auf einer Baustelle, mit Blickverbauung einerseits und fürchterlichen Anblicken andererseits (Priwall und A-ja Komplex). Jetzt wird auch der urige Hafen in den Tod geschickt, der angeblich ruhige Baggersand bebaut. Will man oder kann man nicht sehen welches Chaos das in den nächsten Jahren geben wird? Die Hauptzufahrt über den Parkplatz Baggersand mit Urlaubsverkehr und Bauverkehr. . . nicht vorstellbar. . . und dann der alle paar Wochen auftretende Fährausfall. . . Schildburg lässt grüßen. . . Was werden die Hirne zukünftiger Bürgermeister noch ausbrüten. . . einen Vorgeschmack gab ja der Plan für die neue Kreuzfahrtreede am Brodtener Steilufer schon.

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