ORTSGESCHEHEN 1 

Travemünde 03.02.2012

»Man konnte sehen, aber nicht hin«

Vor 22 Jahren wurde die Grenze auf dem Priwall geöffnet – Infotafel enthüllt

»Dicht an Pötenitz, dicht an Travemünde und am Priwall hat man gewohnt, man konnte nur sehen, aber nicht hin«, erinnert sich Hans Jahnke, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Stadt Dassow, an die Zeit vor der Grenzöffnung. »Und das war auf einmal vorbei. Heute kann man überall hin. Und so wird’s auch wohl bleiben«, sagte er am Freitagnachmittag anlässlich der Einweihung einer Infotafel auf dem Priwall.

Angela Radtke ist die Initiatorin des Projektes. Sie berichtete von den erstaunlich vielen Stationen, die man nehmen muss, bis so eine Tafel gestaltet und finanziert ist und aufgestellt werden kann. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Angela Radtke ist die Initiatorin des Projektes. Sie berichtete von den erstaunlich vielen Stationen, die man nehmen muss, bis so eine Tafel gestaltet und finanziert ist und aufgestellt werden kann. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE
Rudi Lichtenhagen vom Gemeinnützigen Verein zu Travemünde, Angela Radtke und Rolf Fechner. Foto: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Rudi Lichtenhagen vom Gemeinnützigen Verein zu Travemünde, Angela Radtke und Rolf Fechner. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Travemünde Aktuell: »Man konnte sehen, aber nicht hin«
Travemünde Aktuell: »Man konnte sehen, aber nicht hin«
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Hans Jahnke, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Stadt Dassow, gehörte ebenfalls zu den Festrednern. Foto: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Hans Jahnke, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Stadt Dassow, gehörte ebenfalls zu den Festrednern. Foto: KARL ERHARD VÖGELE
Travemünde Aktuell: »Man konnte sehen, aber nicht hin«
Travemünde Aktuell: »Man konnte sehen, aber nicht hin«
Rolf Fechner wird im Rahmen seiner Vortragsreihe zur Geschichte Travemündes später auch noch über die Grenze berichten. Foto: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Rolf Fechner wird im Rahmen seiner Vortragsreihe zur Geschichte Travemündes später auch noch über die Grenze berichten. Foto: KARL ERHARD VÖGELE

Vor genau 22 Jahren, 03. Februar 1990 öffnete sich auch auf dem Priwall die Grenze zur ehemaligen DDR. Ein Gedenkstein an der Landesgrenze nach Mecklenburg erinnert daran. Und jetzt auch eine Info-Tafel, die auf Initiative von Angela Radtke aufgestellt wurde (TA berichtete). Gleichzeitig wurde der Bereich um den schon recht zugewachsene Gedenkstein in Ordnung gebracht (TA berichtete). Zu den Rednern bei der gut besuchten Veranstaltung gehörten neben Hans Jahnke und Angela Radtke auch Rolf Fechner, der kurz auf die Geschichte der Grenze, der Grenzöffnung und die Gedenksteineinweihung einging.

Nach der Veranstaltung setzte eine stattliche Gruppe noch im Priwall-Treff die Gespräche fort. Die Gaststätte hatte auf Initiative von Eckhard Erdmann (Gemeinschaft der Priwall-Bewohner) extra geöffnet. Was sich bei der Kälte als gute Idee erwies... TA

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 03.02.2012, 15:53 Uhr
Aktualisiert: 03.02.2012, 16:10 Uhr
Letzter Zugriff: 18.04.2018, 07:37 Uhr
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Kommentar - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von Fritz Grenzer am 03.02.2012 [0,0/0]

Ich finde das schon eigenartig und irgendwie erfreulich zugleich, dass gerade von der ehemaligen DDR, genannt Beitrittsgebiet und heute vom wunderschönen Nachbarland Meckelnburg-Vorpommern ein Offizieller da war: der zweite stellvertretende Bürgermeister von Dassow. Glaubt man das was man über Google über seine Parteizugehörigkeit erfährt, dann gehört er der Partei der Linken an, also (cum grano salis) der Nachfolgeorganisation der SED. Und von denen, die mit Krokodilstränen in den Augen von unseren Lieben Schwestern und Brüdern in der Zone ihren Sonntagsreden gesprochen haben, kam kein Mensch. Die Bürgerinnen und Bürger selbst waren da. Das war sehr entspannend. Kein falsches Pathos nein, es ging ganz ehrlich und herzlich zu. Und der zweite Stellvertretende Bürgermeister von Dassow meinte zum Schluss seiner kurzen Rede: Es wird nie wieder ein geteiltes Deutschland geben. Welch ein gewaltiges Wort. Ganz einfach gesprochen. FG

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