POLITIK 6 

Travemünde 06.03.2011

Waterfront wegen stundenlangem Stau nicht zu erreichen

Bürgerversammlung der BiP zum Thema Verkehr

»Wie kann man so ein großes Projekt überhaupt planen, ohne vorher wenigstens ein paar grundlegende Fragen geklärt zu haben?«, so die zusammenfassende Äußerung einer engagierten Priwallerin zum Ende der 7. Bürgerversammlung der Bürgerinitiative behutsame Priwallentwicklung e.V. (BiP). Gut zwei Stunden diskutierten die Fachleute Ulrich Pluschkell und Dietrich Stempel mit Interessierten zum Thema Waterfront und Verkehr.

Vermisste den Ortsrat auf der Versammlung: Siegbert Bruders (BiP). Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Vermisste den Ortsrat auf der Versammlung: Siegbert Bruders (BiP). Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

Während Verkehrsexperte Dietrich Stempel viele Fragen nach einer zu erwartenden Zunahme des Verkehrs, anhand von Zahlen und Dokumenten beantworten konnte, machte Ulrich Pluschkell (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtverkehrs Lübeck, eher die politischen Abwägungen zum Thema Waterfront und Verkehr deutlich.

Beantwortete anhand vorhandener Zahlen und Dokumente Fragen zur zu erwartenden Zunahme des Kfz-Verkehrs: Verkehrsexperte Dietrich Stempel. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Beantwortete anhand vorhandener Zahlen und Dokumente Fragen zur zu erwartenden Zunahme des Kfz-Verkehrs: Verkehrsexperte Dietrich Stempel. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

Am Beispiel Priwallfähre zeigte Stempel für die Sommermonate an den Ab – und Anreisetagen der Gäste stundenlange Staus auf, die auch bei einem Einsatz von drei Priwallfähren nicht zu bewältigen wären. Hinzu kommt, dass die Autos eine Aufstellfläche benötigen würden, die mindestens 5-spurig vor dem Rosenhof angelegt werden müsste. Mit allen negativen Konsequenzen wie Lärm und Abgase, für die dortigen Bewohner.

Ulrich Pluschkell (links), hier mit dem BiP-Vorsitzenden Eckhard Erdmann, verdeutlichte noch einmal, dass der Verkehr von den Fähren bewältigt werden kann. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
Ulrich Pluschkell (links), hier mit dem BiP-Vorsitzenden Eckhard Erdmann, verdeutlichte noch einmal, dass der Verkehr von den Fähren bewältigt werden kann. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE

Ulrich Pluschkell verdeutlichte noch einmal, dass der Verkehr von den Fähren bewältigt werden kann. Er bestätigte aber auch, dass es zu erheblichen Staus kommen werde.

Travemünde Aktuell: Waterfront wegen stundenlangem Stau nicht zu erreichen

Empörung und Ratlosigkeit herrschten bei den Anwesenden darüber, dass offensichtlich weder bei der Verwaltung noch in der Politik Verkehr als Problem wahrgenommen werde. Aus Sicht des erfahrenen Verkehrexperten Dietrich Stempel wird der Verkehr auf dem Priwall spätestens im Bebauungsplanverfahren gerichtlich relevant werden.

Travemünde Aktuell: Waterfront wegen stundenlangem Stau nicht zu erreichen

»Die Bauverwaltung erklärt immer wieder, das Verkehr kein Problem ist, obwohl sie es besser wissen müsste und vermutlich auch besser weiß«, erklärt Eckhard Erdmann, Vorsitzender der BiP nach der Bürgerversammlung. »Es bleibt mir ein Rätsel, wieso auch hier wieder nach dem Prinzip Scheuklappen auf und durch verfahren wird – statt sich einmal bis zum Ende mit dem Thema zu befassen«, so Erdmann abschließend.

Travemünde Aktuell: Waterfront wegen stundenlangem Stau nicht zu erreichen

»Die Beteiligung der Besucher war großartig«, freut sich Siegbert Bruders, stellvertretender BiP –Vorsitzender, »ein gutes Zeichen für das Engagement der Priwaller – auch in dieser Frage. Erstaunt waren wir etwas, dass der Ortsrat sich gar nicht hat blicken lassen, immerhin war er es ja, der von der BiP Zahlen und Fakten sehen wollte«, so Bruders weiter, »zu unserer nächsten Bürgerversammlung am 25.3 kommt unser Finanzexperte – das wird sich der Ortsrat doch nicht entgehen lassen!?!«, so Bruders weiter.

320 von 1.000 Puzzle-Teilen für die BiP-Klage gegen Waterfront sind schon verkauft. Ein Mitglied der Bürgerschaft soll auch noch eine größere Anzahl geordert haben. Fotos: <b>KARL ERHARD VÖGELE</b>
320 von 1.000 Puzzle-Teilen für die BiP-Klage gegen Waterfront sind schon verkauft. Ein Mitglied der Bürgerschaft soll auch noch eine größere Anzahl geordert haben. Fotos: KARL ERHARD VÖGELE
Travemünde Aktuell: Waterfront wegen stundenlangem Stau nicht zu erreichen

Weitere Infos erhalten Interessierte auf der Homepage der BI: www.bipriwall.de. BIP

Quelle: Text: Pressemitteilung BiP, Fotos: Karl Erhard Vögele

Externe Links:
1 http://www.bipriwall.de

Artikel-Info:

Artikel veröffentlicht: 06.03.2011, 10:21 Uhr
Aktualisiert: 23.12.2016, 10:33 Uhr
Letzter Zugriff: 19.04.2018, 10:48 Uhr
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Kommentare - Älteste Kommentare zuerst.

Kommentar von Ernst Weise am 06.03.2011 [0,0/0]

Liebe Leute der BiP und deren Anhänger, ihr tut so, als sei ein Übersetzen mit der Fähre die einzig straffrei bleibende Möglichkeit, den Priwall zu erreichen. Leute, es gibt die Möglichkeit über Mecklenburg zum Priwall zu gelangen – die Grenze ist seit 20 Jahren weg! Allerdings besteht die Gefahr, des Umkehrens, sobald man den Eiland erreicht hat. Aber vielleicht ist das ja eure Absicht. Abgeschiedenheit als Stichwort.

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Kommentar von Wolfram Plewa am 06.03.2011 [0,0/0]

Jeder betroffene Dienstleister plant auch die Hochsaison entsprechend ein. »Experte« Pluschkell nicht?

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Kommentar von siegbert bruders am 06.03.2011 [0,0/0]

Lieber Herr Weise, dass hat doch unser Verkehrsexperte selbstverständlich mit einberechnet. Kommen Sie doch einfach beim nächsten Mal (25.3.11) vorbei, diskutieren mit und kennen dann auch die gesamten Zusammenhänge.

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Kommentar von W. Heß am 07.03.2011 [0,0/0]

Einen Stau gab es auch schon, als die alte Kettenfähre noch lief! Später reichte der Stau dann Sontags bis zum Konsum! Und da gabe es noch riesige Zeltplätze!Aber da gab es auch noch die Grenze! Aber daran erinnert sich die BIP nicht mehr! Ich fahre jedenfalls zum Priwall generell über Dassow!

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Kommentar von Angelika Bog am 07.03.2011 [0,0/0]

Richtig, Herr Heß. Wenn es an der Fähre Stau gibt, dann fährt man hinterherum über MVP. Ganz einfach! Staus sind eben Nebeneffekt attraktiver Ferienorte. Wenn man allerdings keine Gäste will oder allenfalls zur Sommerzeit, sollte man die bisherige Anti-Waterfront und Anti-Alles-was-damit-zusammenhängt-Strategie unbedingt weiterverfolgen. Ihr Satz »Ganzjährig Gäste, das können Sie doch nicht ernsthaft wollen!« klingt uns noch sehr deutlich in den Ohren. Mich würde interessieren, was beispielsweise die Gastronomen dazu sagen. Sie müssen die Chance haben, anständig von ihrem Betrieb zu leben. Mehr Tourismus = mehr Gastronomiegäste = mehr Umsatz. Der Priwall hat eine Aufwertung verdient. Die BIP wollte das Projekt Waterfront ursprünglich begleiten, nicht sabotieren.

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Kommentar von siegbert bruders am 07.03.2011 [0,0/0]

Ach Frau Bog, wenn Sie da gewesen wären, wüßten Sie wie die Dinge zusammen hängen. Halbwissen und ein bischen Polemik reichen nicht um wirklich etwas zu bewegen. Ohne Konzept passiert das, was in Travemünde seit längerem zu beobachten ist: Stillstand. Ihre Kommentare zeichnen sich zunehmend dadurch aus, dass sie ohne Tiefe sind und über Forderungen nicht hianusgehen. Das reicht nicht.

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